Preisabsprachen?

EU-Razzien bei Bahnen: Auch ÖBB-Tochter betroffen

Wirtschaft
19.06.2013 19:56
Wegen des Verdachts auf Preisabsprachen hat die EU-Kommission mehrere Bahntransport-Firmen durchsucht, darunter auch die ÖBB. Es werde geprüft, ob die Unternehmen den Güterverkehr auf der Schiene untereinander aufgeteilt hätten. Zwar wurde seitens der EU nicht bekannt gegeben, welche Firmen und Staaten ins Visier genommen wurden. ÖBB-Sprecherin Sonja Horner bestätigte aber, dass die Österreichischen Bundesbahnen betroffen sind.

Die Razzien in mehreren Ländern der Europäischen Union waren bereits am Dienstag erfolgt. Es gehe um Aktivitäten im Südosten Europas, teilten die EU-Wettbewerbshüter am Mittwoch mit. Die Brüsseler Kartellwächter ermitteln nach eigenen Angaben gegen Zulieferer auf Strecken nach Südeuropa, die Waren mit Blockzügen versenden - also Zügen, die vom Verlade- zum Entladepunkt als Einheit ohne Zwischenhalte verkehren.

ÖBB und Deutsche Bahn bestätigen Durchsuchungen
"Wir können bestätigen, dass es gestern am Standort der EXIF (Express Interfracht, ein Tochterunternehmen der ÖBB-Gütersparte Rail Cargo Austria) Hausdurchsuchungen durch Mitarbeiter der EU-Kommission gegeben hat", heißt es dazu in einer Stellungnahme der ÖBB.

Das Unternehmen kooperiere im vollen Umfang mit den Behörden, so ÖBB-Sprecherin Horner. Aufgrund der laufenden Ermittlungen und "der Jahre zurückliegenden Ereignisse" könne die ÖBB jedoch keine weiteren Details nennen. Laut einem Bericht der "Zeit im Bild" am Mittwochabend, könne die Razzia in Wien bei den ÖBB noch länger andauern und andere Betriebe betreffen.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn in Berlin bestätigte unterdessen, dass es auch bei DB-Tochter Schenker Logistics in Wien und Athen eine unangemeldete Inspektion gegeben habe. "Wir unterstützen die Behörden", sagte der Sprecher. Es geht um Zubringerdienste zur Schiene, also etwa Gütertransport auf der Straße, zu Wasser und in der Luft.

EU-Kommission: "Durchsuchungen ein erster Schritt"
Laut EU-Kommission sind die Durchsuchungen ein erster Schritt und sagen noch nichts über die tatsächliche Schuld der Unternehmen aus. Eine Frist für den Abschluss der Untersuchung gebe es nicht. Den Firmen drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. Preis-und Marktabsprachen zum Schaden von Verbrauchern und Kunden sind in der EU streng verboten.

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