"Lasst ihn gehen"
Südafrika bereitet sich auf Tod von Nelson Mandela vor
Er wünsche Mandela eine schnelle Genesung, so sein Langzeitfreund Andrew Mlangeni gegenüber der "Sunday Times", doch "ich denke, dass es wichtig ist, dass seine Familie ihn loslässt". "Wenn die Familie ihn losgelassen hat, werden die Menschen von Südafrika folgen", so der Kämpfer gegen die Apartheid, der gemeinsam mit Mandela 1964 im Gefängnis landete. "Wir werden sagen: 'Danke, Gott, dass du uns diesen Mann gegeben hast.' Und wir werden ihn auch gehen lassen."
Gebete im ganzen Land
Doch das Loslassen von Mandela wird Südafrika schwerfallen, bis heute gilt er dank seines Mutes und seiner Entschlossenheit als Ikone und lebendes Mahnmal für den Frieden. So wird im ganzen Land für Mandela gebetet (Bilder oben weiterklicken), Gesänge erfüllen die Kirchen.
Mandela wurde Samstag früh von seinem Haus in Johannesburg in ein Spital in die Hauptstadt Pretoria verlegt, nachdem sich sein Zustand verschlechtert hatte. Es ist bereits der vierte Krankenhausaufenthalt seit Dezember. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte der Sprecher des Präsidialamts, Mac Maharaj, am Samstag, Mandela atme selbstständig und sei stabil - der Ex-Präsident sei eben ein Kämpfer.
Bevölkerung soll "nicht hysterisch" werden
Beschönigen wollte er die Lage aber nicht. Der alte Weggefährte Mandelas verlangte von der Bevölkerung, "der Realität ins Auge zu schauen", aber "nicht hysterisch" zu werden. "Lasst uns sein Leben feiern, so lange er lebt, und lasst uns sein Leben feiern, wenn er nicht mehr unter uns ist", so Maharaj. Wichtig sei, an Mandelas Botschaft der Mitmenschlichkeit zu denken, nicht nur an sich selbst, so der mit Mandela in den 1970er-Jahren inhaftierte Anti-Apartheid-Kämpfer.
Angst vor Zukunft ohne Mandela
Dass Maharaj vor Hysterie warnt und schon jetzt auf Mandelas Andenken verweist, zeigt, wie sehr der unausweichliche Tod Mandelas Südafrika verunsichert. Manche fürchten Gewaltausbrüche - vor einem Jahr wurde in einer "Times"-Kolumne bereits reißerisch gewarnt, wenn Mandela sterbe, sterbe auch die Freiheit. Es könne zu neuen rassistischen Konflikten kommen, so die Botschaft. 19 Jahre Demokratie hätten die Wunden des Apartheid-Regimes möglicherweise nicht genügend geheilt, Mandela werde als mahnendes Symbol fehlen.
Friedensikone verbrachte 27 Jahre in Haft
Wegen seines Kampfes gegen das rassistische Apartheid-System verbrachte Mandela 27 Jahre in Haft, dabei zog er sich Schäden an den Lungen zu. Von 1994 bis 1999 war er der erste schwarze Präsident seines Heimatlandes und ebnete den Weg zu Frieden und Aussöhnung zwischen den Volksgruppen in Südafrika.
Immer wieder hatte er mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen - neben den Lungen machten ihm auch Tuberkulose, Magenprobleme und Prostatakrebs zu schaffen. 2004 zog er sich endgültig aus der Politik zurück. Sein bisher letzter öffentlicher Auftritt fand im Jahr 2010 während der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika statt.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.