Schon länger hängt in der Winden am See (Bezirk Neusiedl am See) der Haussegen zwischen ÖVP und SPÖ-Ortschef schief. Jetzt gibt es erneut Krach – wegen eines Artikels in den Gemeindenachrichten.
Kein Weihnachtsfrieden in Winden am See: Die ÖVP legt dem Langzeit-Bürgermeister Erwin Preiner (SPÖ) den Rücktritt nahe. Anlass ist ein Absatz in der aktuellen Ausgabe der Gemeindenachrichten. Preiner wirft darin „manchen Parteien“ vor, den gemeinsamen Weg verlassen zu haben und damit gegen die Zukunft der Gemeinde zu arbeiten.
„Vollkommen fehl am Platz“
Für Lisa Reuter, ÖVP-Gemeindevorständin, ein Affront. „Wir als ÖVP – und auch die Grünen und Unabhängigen – haben im Gemeinderat und auch im Konsolidierungs-Ausschuss stets verlässlich und fleißig mitgearbeitet.“
Allerdings sei man an der Untätigkeit des Bürgermeisters gescheitert. „Jetzt mit einem aus Steuergeldern bezahlten Gemeinde-Informations-Blatt zu schreiben, dass manche Parteien gegen die Zukunft der Gemeinde arbeiten würden, ist nicht nur vollkommen fehl am Platz, sondern auch eine schamlose Lüge“, ärgert sich Reuter. Preiner solle überdenken, ob er dem Amt des Ortschefs noch würdig sei.
Trotz Konflikten: Hoffnung auf gemeinsame Lösung
Preiner hingegen schüttelt dazu den Kopf: Anscheinend hätten manche keine anderen Sorgen, als wiederholt seinen Rücktritt zu fordern. Und er bekräftigt seinen Vorwurf: Bis 2020 seien rund 90 Prozent der Beschlüsse einstimmig oder fast einstimmig gefasst worden.
Seit Corona und dem Ukraine-Krieg hätte die ÖVP aber den gemeinsamen Weg nicht mehr mitgetragen – „was ich schade finde“. Dabei hätte er sich von der ÖVP erwartet, dass diese gerade in schwierigen Zeiten Verantwortung übernehme. Die Ertragsanteile des Bundes seien deutlich zurückgegangen, sehr viele Gemeinden hätten zu kämpfen. Er sei aber optimistisch, dass sich die ÖVP wieder am gemeinsamen Weg beteiligen werde: „Ich gebe die Hoffnung nicht auf.“
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