Geburtsverbot
China: Strafen für unverheiratete Mütter?
Die Millionenstadt Wuhan möchte ihre Geburtenzahlen niedrig halten. Als Abschreckungsmaßnahme plant die Stadtregierung die Einführung von Geldstrafen für unverheiratete Mütter beziehungsweise Frauen, die wissentlich Affären mit verheirateten Männern haben, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Bestrafungen für beteiligte Männer sind laut dem Gesetzesentwurf nicht geplant.
Erst vor wenigen Tagen hatte eine alleinstehende Mutter ihr Neugeborenes in der Kanalisation der Provinz Zhejiang zurückgelassen. Nachdem die junge Frau nach einer kurzen Affäre schwanger wurde und sich keine Abtreibung leisten konnte, verheimlichte sie die Schwangerschaft. Dass sie ihr Kind kurz nach der Geburt absichtlich in der Kanalisation "entsorgte", leugnete sie aber bis zuletzt. Vielmehr hätte sie das Baby unabsichtlich fallen gelassen.
Alleinstehende Mütter ohnehin benachteiligt
Das vorgeschlagene Gesetz könnte nun dazu führen, dass noch mehr unverheiratete Mütter ihre Kinder zurückließen, so Chen Yaya von der Shanghai Academy of Social Sciences. Die Strafen wären für alleinstehende Frauen nicht finanzierbar. Ohnehin werden unverheiratete Mütter im Zuge der chinesischen Familienpolitik schwer belastet. Wie auch bei der Ein-Kind-Politik, verlieren alleinstehende Mütter ihre Ansprüche auf Kindergeld und kostenlose Arztbesuche, die Bildungsmöglichkeiten des Kindes werden ebenfalls eingeschränkt.
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