24-mal vorbestraft

Keine Hack’n, aber mit der Axt auf Einbruchstour

Burgenland
20.12.2024 16:15

Zwei Arbeitslose, in Summe 24-mal vorbestraft, gerieten in die Fänge eines Kredithais. Sie hatten einen nicht sehr ausgereiften Plan, um die Schulden zu tilgen. Am Landesgericht Eisenstadt wurde dem diebischen Duo der Prozess gemacht.

Der Drahtzieher ist Serbe, 49, er hat 9 einschlägige Verurteilungen vorzuweisen. Dass er viermal den Nachnamen änderte, hat ihn nicht vor mehrjährigen Haftstrafen bewahrt. Der Komplize aus Montenegro, 32, wollte nur dreimal anders heißen. Seine Vorstrafenliste ist bemerkenswerte 15 Zeilen lang.

Fix-Zinssatz: 1000 Euro
Im September hatten die notorischen Diebe eine scheinbar zündende Idee: Wir kaufen von einem Araber in Ungarn um 8000 Euro zwei super Autos und verscherbeln sie in Serbien um das Doppelte. Woher das Kapital nehmen und nicht stehlen? Das Duo konsultiert einen privaten Financier und akzeptiert den Fix-Zinssatz von 1000 Euro. Ist ja schnelles Geld, das wir machen ...

Allerdings entpuppen sich die Fahrzeuge als Schrotthaufen. Vom Kauf wird abgesehen. Das Problem: Von den geliehenen 8000 plus 1000 Euro sind in der Zwischenzeit bereits 2000 für Miete, Kokain und Lebensmittel draufgegangen. Und so wird wieder ein Plan geschmiedet: Wir tun einfach das, was wir am besten können.

120 Euro und 50 Packerl Zigaretten
Mit einer Axt zertrümmern die Männer das doppelte Sicherheitsglas einer Tankstelle in Wien, nehmen 50 Packerl Zigaretten und Bargeld mit. Beim Zählen wird bemerkt, dass 120 Euro nicht wirklich viel sind.

Also auf ein Neues. In Mattersburg gibt es einen großartigen Handy-Shop, dort ist schon zweimal eingebrochen worden. Das können wir auch! Wieder rücken die zwei mit ihrer Axt aus, schlagen sich ins Innere, reißen die Kassenlade aus der Verankerung. Drin sind 200 Euro, auch nicht die Welt, aber die neun Mobiltelefone können wir zu Geld machen.

Seine Schulden, unsere Schulden
Zu einem weiteren Coup kommt es nicht. Via Überwachungskamera konnten die burgenländischen Kriminalisten das Kennzeichen der Täter ermitteln. Sie werden an einem Grenzübergang festgenommen. „Wir kamen zufällig an den Geschäften vorbei“, sagt der Serbe. „Mein Freund hat sich für unsere Geschäftsidee das Geld ausgeborgt. Es waren somit unsere Schulden. Also konnte ich ihn bei den Einbrüchen nicht alleine lassen“, sagt der Montenegriner vor Gericht.

Jedenfalls wird sich der Kredithai noch ein bisschen gedulden müssen. Der Hauptangeklagte fasste 24 Monate Gefängnis aus, der Komplize 15. Für beide ist das Urteil okay.

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