Krawalle in Paris

Ausschreitungen nach Kundgebung gegen Homo-Ehe

Ausland
27.05.2013 10:35
In Paris ist es nach einer Massenkundgebung gegen die Einführung der Homo-Ehe in Frankreich zu schweren Ausschreitungen gekommen. Hunderte Randalierer lieferten sich am Sonntagabend auf dem Platz vor dem Invalidendom zwei Stunden lang Auseinandersetzungen mit der Polizei. Sie griffen die Beamten mit Flaschen, Steinen, Eisenstangen und Rauchbomben an und skandierten "Frankreich den Franzosen!" und "Diktatur der Sozialisten!".

Nach Angaben des französischen Innenministers Manuel Valls gab es bei den Ausschreitungen am Sonntagabend 36 Verletzte. 34 davon seien Polizisten, einer ein Demonstrant und einer ein Journalist, hieß es am Montag. Mehr als 290 Menschen wurden festgenommen, insgesamt gab es am Wochenende 350 Festnahmen bei Protesten. Valls machte rechtsextreme Gruppierungen für die Gewalt am Sonntagabend verantwortlich.

Hunderttausende Teilnehmer bei Kundgebung
Zuvor hatten die Menschen friedlich gegen die umstrittene Reform demonstriert. Die Polizei war mit einem Großaufgebot von 4.500 Beamten im Einsatz. Sie sprach von etwa 150.000 Teilnehmern, die Veranstalter gar von gut einer Million. 

Das Gesetz zur Einführung der Homo-Ehe, eines der zentralen Wahlversprechen des sozialistischen Staatschefs Francois Hollande, war Ende April vom Parlament endgültig beschlossen worden und trat am 18. Mai in Kraft (siehe Infobox). Es räumt Homosexuellen neben der Eheschließung auch ein Adoptionsrecht ein.

"Demo für alle" gegen "Ehe für alle"
Zu der Demonstration hatte die Organisation "Demo für alle" aufgerufen, die seit Monaten gegen das Gesetz der "Ehe für alle" mobil macht. Eine erzkatholische Gruppierung versammelte sich zu einer separaten Kundgebung. An den Protesten beteiligten sich auch Politiker der konservativen Oppositionspartei UMP und der rechtsextremen Partei Front National. Bereits in den vergangenen Monaten waren zahlreiche Rechtsextreme bei den Demonstrationen gegen die Homo-Ehe mitgelaufen und hatten anschließend randaliert.

Auch für die Zukunft befürchten Behörden, dass es bei Trauungen von Schwulen und Lesben zu Störaktionen kommen wird. Die erste Homo-Ehe soll am Mittwoch in der südfranzösischen Stadt Montpellier geschlossen werden.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
27.05.2013 10:35
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung