Fitch begründete die Herabstufung Sloweniens mit den Risiken, die vom Bankensektor ausgingen. Sollten sich diese verschärfen, müsse sich Slowenien auf weitere Herabstufungen einstellen. Der Ausblick für das Nachbarland Österreichs bleibe angesichts der hohen Kosten für die Rekapitalisierung der Finanzinstitute negativ.
Slowenien wird als nächster Kandidat für den Rettungsschirm ESM gehandelt. Um dies zu verhindern, hat sich das Land einem Reformkurs unterworfen. Die beiden größten Banken nehmen Kapitalerhöhungen vor und insgesamt 15 Staatsunternehmen sollen verkauft und die Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent angehoben werden.
Fitch-Konkurrent Standard & Poor's stuft die Kreditwürdigkeit Sloweniens mit "A-" und damit etwas besser als Fitch ein. Bei Moody's ist es die Note "Ba1" und damit deutlich schlechter als Fitchs neue Bewertung.
Wirtschaftsboom macht sich für Türkei bezahlt
Für die Türkei macht sich indessen der jahrelange Wirtschaftsboom bezahlt: Nach Fitch nahm nun auch Moody's die Ramsch-Bewertung des aufstrebenden Schwellenlandes zurück. Die Ratingagentur hob die Bonitätsnote für Staatsanleihen der Türkei um eine Stufe auf "Baa3" an, die damit als "durchschnittlich gute Anlage" durchgehen. Konkurrent Fitch hatte das schon im November 2012 getan.
Damit werden die Schuldpapiere für viele institutionelle Investoren wie Pensionskassen interessant, die nur Wertpapiere mit einem "Investmentgrade"-Rating kaufen. Die Türkei kann darauf hoffen, sich künftig billiger Geld am Kapitalmarkt zu leihen. Die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen fielen auf das Rekordtief von 4,64 Prozent. "Nach der Heraufstufung dürfte mehr Kapital ins Land fließen", sagten die Analysten der Finansbank voraus.
"Seit Anfang 2009 ist die Schuldenlast der Türkei um zehn Punkte auf verkraftbare 36 Prozent des Bruttoinlandsproduktes gefallen", konstatierten die Rating-Experten von Moody's. "Moody's geht davon aus, dass dieser Rückgang sich in den kommenden Jahren fortsetzen wird." Der Ausblick sei stabil. Zum Vergleich: Deutschland sitzt auf einem Schuldenberg von mehr als 80 Prozent.
Türkei weiter auf Wachstumskurs
Die Türkei mit ihren 75 Millionen Einwohnern gehört zu den schnell wachsenden Schwellenländern. Das Bruttoinlandsprodukt kletterte 2011 um mehr als acht Prozent, 2012 waren es auch wegen der Schuldenkrise in Europa nur noch 2,2 Prozent. Um die Wirtschaft anzuschieben, hatte die Zentralbank erst am Donnerstag ihren Leitzins von 5,0 auf 4,5 Prozent gesenkt. Die Weltbank erwartet für dieses und kommendes Jahr Wachstumsraten von mehr als vier Prozent.
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