Psycho-Attacke

Was Sie gegen Mobbing im Job tun können

Wirtschaft
21.05.2013 15:49
In den wenigsten Unternehmen ist die Zusammenarbeit immer harmonisch und konfliktfrei. Das ist normal und bis zu einem gewissen Grad auch gut so, da Konflikte oft zu neuen Lösungen und Weiterentwicklungen führen. Richten sich aber Aktionen gezielt gegen einen Menschen, dann ist das Mobbing - und somit eine Bedrohung für die körperliche und seelische Gesundheit. krone.at zeigt, was Sie dagegen tun können.

1. Vorsehen ist besser als Nachsehen
Oft werden aus anfangs kleinen Sticheleien mit der Zeit richtige Mobbing-Attacken. Wenn daher gestichelt wird, ist es besser, sofort klare Grenzen zu setzen. Denn wenn Sie Ihre Position stärken und mit Selbstbewusstsein auftreten, haben Mobber kaum mehr Anreize, Ihnen das Leben schwer zu machen. Auch eventuell auftretende Missverständnisse sollten Sie immer gleich beseitigen.

2. Von sich selbst auf andere schließen
Behandeln Sie Ihr Umfeld so, wie Sie auch selbst behandelt werden wollen. Beteiligen Sie sich daher niemals an Hetzkampagnen gegen andere oder machen Sie nie bei bösartigen Sticheleien mit. Das Blatt kann sich schnell gegen Sie wenden.

3. Das Mobbing-Tagebuch
Sind Sie selbst Opfer von Mobbing, sollten Sie alle Vorfälle genau dokumentieren. Am besten schriftlich, mit Datum, Uhrzeit, Ort, Zeugen und gegebenenfalls auch mit Bild. Damit kann man später nachvollziehen, welche Ereignisse abgelaufen sind und wie sich Ihre Situation entwickelt hat.

4. Beschwerde
Wenn die Situation offensichtlich und unerträglich wird, sollten Sie Ihr Recht nutzen, sich zu beschweren. Ihr Ansprechpartner kann entweder Ihr Vorgesetzter, die Personalabteilung oder der Betriebsrat sein. Wichtig dabei ist es, dass Sie einen Termin mit der betreffenden Person ausmachen und sich gut auf das Gespräch vorbereiten. Ihre Dokumentation der Vorfälle darf nicht fehlen. Sie sollten jedoch darauf achten, keine aggressiven Anschuldigungen loszuwerden. Besser ist es, mit Ich-Botschaften zu argumentieren: Beschreiben Sie einfach, wie es aus Ihrer Sicht zu der momentanen Situation gekommen ist und wie Sie sich dabei fühlen. Weiters können Sie Lösungsvorschläge bringen, wie die Lage aus Ihrer Sicht in den Griff zu bekommen ist.

5. Die Folgen erklären
Oftmals äußert sich Mobbing in körperlichen oder seelischen Erkrankungen. Es ist wichtig, dass Ihr Vorgesetzter davon erfährt, wie schlecht es Ihnen geht und worin sich der ständige Druck äußert. Schließlich werden dadurch Ihre Arbeitskraft und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.

6. Erneute Beschwerde
Meist ist ein Gespräch alleine nicht ausreichend, dass die Verantwortlichen den Ernst der Lage erkennen. Vielfach sind zwei oder drei Gespräche notwendig. Sie sollten bei jedem Gespräch genau aufzeigen, wie sich Ihre Situation verschlechtert hat, und wenn vorhanden auch Zeugen mitnehmen, die Ihre Aussagen bestätigen können. Sie sollten auch betonen, wie sich das Mobbing auf die Produktivität Ihrer Abteilung auswirkt – das sind Argumente, denen sich kaum ein Vorgesetzter oder Personalverantwortlicher verschließen kann. Ihr Arbeitgeber hat Ihnen gegenüber eine Fürsorgepflicht zu erfüllen. Diese sieht im Fall von Mobbing vor, dass er konkrete Maßnahmen ergreifen muss, um Ihre Gesundheit zu schützen. Helfen unternehmensinterne Gespräche nicht weiter, kann auch das Einschalten eines Mediators zielführend sein. 

7. Achten Sie auf sich
Sie sollten sich Hilfe organisieren. Sie können mit Ihrem Hausarzt sprechen, mit Freunden und Bekannten oder Sie besuchen eine Selbsthilfegruppe. Darüber zu sprechen, erleichtert Ihre Wahrnehmung der Situation.

8. Schlussstrich ziehen
Wenn alle Gespräche nichts nützen, dann sollten Sie die Konsequenzen ziehen und sich einen neuen Arbeitsplatz suchen. Denn langfristig wird Ihre Gesundheit und damit auch Ihre Arbeitskraft unter der Situation leiden. Ihnen droht dauerhafter Schaden, doch kein Job der Welt ist es wert, dass Sie Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden dafür opfern.

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