Das Burgenland habe im Vorjahr von seiner wirtschaftlich breiten Aufstellung und dem Sondereffekt der Verlagerung der Produktion von Coca Cola aus Wien ins Nordburgenland profitiert, sagte Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria, am Montag bei einem Pressegespräch in Wien. Das Burgenland sei auch das Bundesland, das aufgrund seiner geringen internationalen Ausrichtung am wenigsten unter der Krise gelitten habe. Dennoch liege das BIP pro Kopf noch eher am unteren Ende.
Kärnten hingegen sei von den Schwierigkeiten in den Nachbarländern belastet worden. Es sei zu Einbußen in der Sachgüterindustrie und der Bauwirtschaft gekommen, auch der Dienstleistungssektor sei nur verhalten gewachsen, erklärte Bruckbauer.
Tirol schnitt mit einer Wachstumsrate von 1,4 Prozent am zweitbesten ab. Hier sorgten die Bauwirtschaft und der Produktionssektor für überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten. Alleine die Glasindustrie zog um 30 Prozent an. In der Steiermark mit 1,1 Prozent BIP-Plus war der starke Industriesektor durch die globale Nachfrageabschwächung belastet. Vorarlberg folgt mit 1,0 Prozent, Salzburg mit 0,7 Prozent, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien schafften jeweils 0,6 Prozent Wachstum.
Energieindustrie und Maschinenbau als Wachstumstreiber
2012 haben wegen der geringeren Auslandsnachfrage Länder mit hohem Industrieanteil - wie Vorarlberg, Oberösterreich oder die Steiermark - mehr gelitten. Generell waren die Energieindustrie und der Maschinenbau wesentliche Wachstumstreiber im Bereich Industrie. Gebremst haben die Metallerzeugung und die Elektroindustrie.
Die Bauwirtschaft legte mit Ausnahme von Kärnten in allen Bundesländern zu, am stärksten in Tirol und in der Steiermark. Der Dienstleistungssektor erreichte 2012 nur ein leichtes Plus, Handel und Tourismus erlitten deutliche Einbußen.
Arbeitslosenquote in sieben Bundesländern gestiegen
Die Arbeitslosenquote ist im Vorjahr in allen Bundesländern mit Ausnahme von Tirol und Vorarlberg gestiegen. 2013 werde sie noch höher ausfallen, eine Trendwende sei erst 2014 zu erwarten, so Bruckbauer. Den stärksten relativen Anstieg der Zahl der Arbeitslosen seit der Krise hat es in Oberösterreich gegeben - das Bundesland verzeichnet allerdings mit 4,5 Prozent noch immer die geringste Arbeitslosenquote. Am höchsten ist sie in Wien mit 9,5 Prozent.
Prognose: Salzburg 2013 Schlusslicht bei Wachstum
Für 2013 prognostizieren die Ökonomen der Bank Austria für das Burgenland ein Wachstum von 1,3 Prozent. An zweiter Stelle folgt Vorarlberg mit 1,1 Prozent, Tirol und Oberösterreich sollten jeweils um 1,0 Prozent wachsen, die Steiermark, Niederösterreich und Wien um jeweils 0,9 Prozent, Kärnten um 0,7 Prozent und Schlusslicht Salzburg um 0,6 Prozent. Mit dem Finanzskandal in Salzburg habe dies nichts zu tun, vielmehr leide Salzburg unter einem schwachen Dienstleistungssektor, so Bruckbauer.
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