Schlimme Entwicklung

Vogelgrippe bei Menschen in USA oft unentdeckt

Ausland
09.11.2024 13:41
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Hinblick auf die weitere Ausbreitung des Vogelgrippe-Virus H5N1 bereiten die USA derzeit Kopfzerbrechen. Offenbar werden zahlreiche Infektionen von Menschen mit dem Erreger in Milchvieh-Betrieben in den Vereinigten Staaten nie erkannt.

„Trotz laufender Bemühungen, Milchvieharbeiter auf Erkrankungen zu überwachen, auf H5N1 zu testen und antivirale Behandlungen anzubieten, haben mehrere Faktoren ein umfassendes Verständnis des Ausmaßes der Übertragung von der Kuh auf den Menschen verhindert“, erklärt die US-Gesundheitsbehörde CDC.

Beim Testen von Mitarbeitern in Betrieben, in denen das Virus bei Kühen festgestellt wurde, sei eine Infektionsrate von sieben Prozent festgestellt worden. Insgesamt wurden für die Untersuchung zwischen Juni und August 115 Blutproben von Mitarbeitern in Betrieben in zwei Bundesstaaten genommen.

Acht der Proben hätten gezeigt, dass die Mitarbeiter sich jüngst mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 angesteckt hatten. Nur einige von ihnen hatten leichte Krankheitssymptome. Alle untersuchten Mitarbeiter gaben laut CDC an, Kühe zu melken oder den Melkstand zu reinigen. Nach derzeitigem Forschungsstand wird H5N1 zwischen Kühen hauptsächlich über die Milch übertragen.

Ganzes Ausmaß unklar
Die Vogelgrippe H5N1 ist derzeit bei Wildvögeln auf der ganzen Welt weit verbreitet, auch zahlreiche wildlebende Säugetiere infizieren sich. Außerdem führte das Virus jüngst zu Ausbrüchen in Geflügelbetrieben sowie in Milchbetrieben in den USA. Wie groß das Ausmaß ist, ist wegen fehlender Daten aber weitgehend unklar.

Die CDC verzeichnete seit April dieses Jahres bisher 46 Fälle bei Menschen, vor allem unter Mitarbeitern von Milchvieh- und Geflügelbetrieben, mit milden Verläufen. Mensch-zu-Mensch-Übertragen wurden bisher nicht nachgewiesen. Die CDC schätzt das Risiko für die Allgemeinbevölkerung weiterhin als gering ein.

Nun erklärt CDC, dass die 46 Fälle wahrscheinlich nur ein Teil der tatsächlichen Infektionen sind. So seien die Mitarbeiter oft nicht schwer krank und manche Betriebe wollten sich nicht an den Testungen beteiligen.

Angst vor Mutationen
Forschende fürchten, dass sich das Virus besser an Säugetiere anpassen kann, wenn es verbreitet in ihnen zirkuliert. Eine Studie, die im August veröffentlicht wurde, zeigte eine Übertragung von Säugetier zu Säugetier, auch zwischen Tierarten, etwa von Kühen auf Katzen. Mutationen des Virus, die zu einer verbesserten Übertragbarkeit von H5N1 auf den Menschen führen würden, wurden bisher nicht entdeckt.

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