In Wien gehört der morbide Humor quasi zum Kulturgut. Perfekt auf den Punkt bringt es das Bestattungsmuseum der Stadt.
Der Tod darf nicht nur thematisiert, sondern auch mit einem Schmunzeln betrachtet werden – so das Credo des Museums der Bestattung Wien. Unter der Aufbahrungshalle 2, wird das traditionsreiche Wiener Bestattungswesen ebenso gewürdigt wie die Eigenheiten des „Wiener Totenkults“, der bis in die Gegenwart Bestand hat. Auf 300 Quadratmetern sind mehr als 250 Exponate ausgestellt – von historischen Leichenkutschen über Trauerkleidung bis hin zu kuriosen Artefakten wie einem „Rettungswecker“, der vor einem zu frühen Begräbnis schützen sollte.
Absoluter Verkaufsschlager und weit über die Landesgrenzen bekannt, sind die humorvoll gestalteten Merchandise-Artikel. Jürgen Sild, Geschäftsführer der Bestattung Wien: „Mit den kontroversen Sprüchen und originellen Artikeln schaffen wir einen leichteren Zugang zu diesem sensiblen Thema. Besonders die Klemmbausteinsets werden von Pädagogen und Eltern gerne genutzt, um Kindern etwa den Ablauf von Begräbnissen anschaulich und spielerisch zu erklären.“ Das kommt nicht nur im morbiden Wien an. Sild: „Unsere Eiskratzer werden sogar bis nach Australien verkauft.“
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