Coup auf Autobahn

I: Gangster holen 10 Millionen Euro aus Geldtransporter

Ausland
08.04.2013 13:21
Mit Maschinenpistolen bewaffnete Räuber haben am Montag in Italien auf der Autobahn A9 zwischen Mailand und Como zwei Geldtransporte überfallen (Bilder) und sind laut Polizei mit Bargeld und Goldbarren im Wert von zehn Millionen Euro entkommen. Die Gangster hatten zunächst eine Reihe von Unfällen auf der Autobahn verursacht und somit den Verkehr blockiert. Anschließend überfielen sie nahe der Ortschaft Turate zwei gepanzerte Geldtransporter, die auf der Autobahn unterwegs waren.

Außer den zehn vermummten Tätern, die mit Maschinenpistolen ausgestattet waren, sollen sich nach Angaben der italienischen Polizei noch mehrere Komplizen an der spektakulären Aktion beteiligt haben. Eine längere Strecke der Autobahn zwischen Mailand und Como wurde von den Räubern mit Nägeln übersät, um den Verkehr zu stoppen. Zudem wurde unweit der Ortschaft Fino Mornasco ein Lieferwagen quer auf der Fahrbahn der A9 abgestellt, um die Verfolgung zu verzögern.

Lkw bei Flucht in Brand gesetzt
Zeugen berichteten, dass die Männer mindestens 50 Schüsse in die Luft und auf die gepanzerten Fahrzeuge abfeuerten - offenbar um die Geldboten zur Herausgabe mehrerer Geldpakete zu zwingen. Nachdem die Gangster die Transporter geplündert hatten, setzten sie einen Lkw in Brand. Um sich die Flucht zu erleichtern, zündeten sie schließlich auch noch Rauchbomben. Laut den Ermittlern seien die Räuber daraufhin an Bord zweier Autos in Richtung Schweiz verschwunden. Dabei sollen sie nicht die Autobahn, sondern eine Bundesstraße genommen haben. Die A9 blieb nach dem Überfall für längere Zeit gesperrt.

Auch Goldbarren erbeutet
Bei dem spektakulären Coup - die Polizei sprach von einem perfekt geplanten und im militärischen Stil organisierten Überfall - wurden nicht nur Geldscheine sondern auch eine bislang nicht näher bezifferte Menge an Goldbarren entwendet. Das Geld stammte aus Supermärkten und Banken. Die für den Transport zuständige Gesellschaft Battistolli aus der norditalienischen Stadt Vicenza arbeite mit der Polizei zur Klärung des Überfalls zusammen, hieß es Montagmittag. Laut den Angaben der Behörden sei kein Mitarbeiter der Gesellschaft verletzt worden. An Bord der beiden Geldtransporter befanden sich sechs Personen, die nun von der Polizei befragt werden.

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