Erfolg für die Uraufführung von Ella Milch-Sheriffs „Alma“ an der Wiener Volksoper: Regisseurin Ruth Brauer-Kvam liefert eine rundum bühnenwirksame Inszenierung: donnernder Applaus, Jubel und Ovationen!
Ein Triumph eines Auftragswerks der Volksoper! Wie lange haben wir so etwas nicht mehr erlebt! Donnernder Applaus, Jubel, Ovationen für „Alma“, Ella Milch-Sheriffs Oper über Alma Mahler-Gropius-Werfel, Wiens gesellschaftliche Ikone um 1900 – aber auch für Ruth Brauer-Kwams bühnenwirksame Inszenierung, den Dirigenten Omer Meir Wellber und besonders die „Alma“ Annette Daschs.
Vor Milch-Sheriffs Neuer Musik braucht sich niemand zu fürchten: Dramatisch aufgeputscht, farbenreich, voll schrägen Walzern, Tango, strammen Märschen und griffigen Zitaten – etwa aus Gustav Mahlers „Dritter“ -, schmiegt sie sich an die Story. Souverän: Omar Meir-Wellber am Pult des tadellosen Volksopernorchesters.
Brauer-Kwam inszeniert nicht zimperlich: Schonungslos lässt sie Annette Dasch, die Mutter wider Willen von vier Kindern, „Muse und Geliebte von vier Künsten“ (Mahler, Gropius, Kokoschka, Werfel) und Society-Star, ihre Seele und – in Sex- und Geburtsszenen – ihren Körper (im Nacktbody) entblößen. Alma – ein männerverschlingendes, alt gewordenes Monster, eine Sphinx? Oder eine tief Getroffene, Einsame? Die Szenen in Falko Herolds Glashaus-Bühnenbild fesseln: Alma, 55, blickt 1935, nach dem Begräbnis ihrer Tochter Manon, zurück auf ihre vier Kinder, denen je ein Akt gewidmet ist, auf Beziehungen, Enttäuschungen, den Verzicht, wegen Mahler, Komponistin zu werden. Um sie inszeniert Choreograf Florian Hurler eine Pantomime der vier Männer: Überzeugend Josef Wagner, Florian Hurler, Timothy Fallon, Martin Winkler. Souverän: Annelie Sophie Müller als Mahler-Tochter Anna.
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