Das wichtigste für ihn sind die Bilder: Putin zeigt sich als Weltenlenker auf dem Gipfeltreffen der BRICS-Staaten. Doch er kann auf diesem derzeit attraktivsten Weltforum noch so viel herumbosseln und auf dieser Weltbühne das große Wort führen, der wirkliche globale Player sitzt schweigsam dabei: Chinas Staatschef Xi Jinping. Für das Reich der Mitte ist Russland heute nur noch eine Rohstoffkolonie.
Putin ist Weltenlenker nach Art seines alten Landsmanns Potemkin, der seiner Zarin angeblich Dörfer vorführte, die nur Kulissen waren. Motto: Schein statt Sein. Der Kremlchef hat als der Gastgeber seiner Harmonieshow sehr clever die Stadt Kazan ausgewählt, die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tatarstan, der muslimischen Tataren, Nachfahren des Mongolensturms.
BRICS ist als Gegengewicht zur Dominanz des Westens gedacht. Dessen Macht schwindet zwar, aber die Dominanz des Dollars ist ungebrochen. Putin schwurbelt von einer BRICS-Gegenwährung zum Dollar, was wohl Wunschtraum bleiben wird.
BRICS ist ein Scheinriese, denn die beiden demokratischen Mitbegründer dieser Staatengemeinschaft, Brasilien und Indien, wollen sich nicht als Speerspitze gegen die USA einspannen lassen. Indien käme sogar als ein Vermittler im Ukrainekrieg in Betracht.
Unter den nächsten Mitgliedern spielt die Erdoğan-Türkei wieder eine fragwürdige Rolle. Sie ist ein NATO-Land!
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