"Wir bauen eine Suchmaschine für 3D-Dateien. Ohne die Zensur", verspricht Wilson. Noch sind er und seine Mitstreiter dafür allerdings auf Hilfe von außen angewiesen. Um ihre Suche namens "Defcad" Wirklichkeit werden zu lassen, wollen sie mittels Crowdfunding binnen der nächsten Wochen 100.000 US-Dollar an Spenden sammeln.
Auf der dazu eingerichteten Website betonen Wilson und Co. zwar mehrfach, dass Defcad eine Suchmaschine für 3D-Druckvorlagen aller Art sein soll, doch das Thema Waffen ist und bleibt allgegenwärtig. Das wird bereits am Namen der geplanten Suche deutlich, denn Defcad soll auf dem bereits existierenden Angebot Defcad.org aufbauen.
Dort werden bereits seit vergangenem Jahr jene 3D-Druckvorlagen zum Download angeboten, die zuvor auf der für 3D-Blaupausen spezialisierten Plattform "Thingiverse" des 3D-Drucker-Herstellers Makerbot der Zensur zum Opfer fielen. Und das sind vornehmlich Pistolen und Gewehre, aber auch Handgranaten oder praktisches Zubehör wie Schalldämpfer.
Kritik an Google und Politik
Makerbot ist dann auch eines jener Unternehmen, das auf der Website zu Defcap öffentlich für seine Haltung kritisiert wird. Auch Google wird diffamiert: Der Internetkonzern habe Angst vor Urheberrechtsverletzungen und erlaube keine Werbung für Feuerwaffen, heißt es – und eben deshalb könne Google kein Pionier für den 3D-Druck sein. Politiker hingegen wollten 3D-Druck verhindern.
"Recht auf Selbstverteidigung"
Ein erklärtes Ziel von Defcap ist es daher auch, es Regierungen mittels der Bereitsstellungen von entsprechenden Druckvorlagen "logistisch unmöglich zu machen, Individuen ihres Rechts auf Selbstverteidigung zu berauben". Wären Bürger erst dazu in der Lage, jeden beliebigen Gegenstand über das Internet zu finden und zu drucken, könnten Tyranneien nie wieder einen Vorteil gegenüber Einzelnen ausüben, heißt es unter Verweis auf die "100 Millionen Opfer des Kommunismus".
Mit ihrer Suche wollen die Betreiber aber auch gegen Urheberrechte und Regulierungen protestieren. Es gehe um das Drucken von Gegenständen, deren Preise ins Unendliche gestiegen seien. Und es gehe darum, von Menschenhand geschaffene Formen der künstlichen Verknappung zu zerstören.
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