Palästinenser-Wut
In israelischer Haft gestorbener Mann in Hebron beerdigt
Im Westjordanland kam es zu den von Israel befürchteten neuen gewalttätigen Demonstrationen für die Freilassung von vier Häftlingen, die sich seit Monaten im Hungerstreik befinden. Militär und Polizei waren zuvor bereits in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden.
Im Raum Hebron südlich von Jerusalem und beim israelischen Ofer-Militärgefängnis bewarfen Demonstranten die Ordnungskräfte mit Steinen und setzten Autoreifen in Brand. Militär und Polizei schossen mit Tränengasgranaten und Gummigeschossen auf die Demonstranten.
Sechs Tage nach Festnahme gestorben
Jaradat war am Samstag sechs Tage nach seiner Festnahme wegen Steinewerfens im nordisraelischen Gefängnis Megiddo gestorben. Zunächst hatten die Behörden von Herzversagen gesprochen. Nach der Autopsie hieß es dann, es gebe keine größeren Anzeichen für äußere Verletzungen. Zwei gebrochene Rippen, innere Blutungen sowie Abschürfungen könnten Folge von Wiederbelebungsversuchen sein. Vor einem endgültigen Urteil müssten noch mikroskopische und toxikologische Untersuchungen abgeschlossen werden.
Angesichts der seit Tagen zunehmend gewalttätigen Unruhen im Westjordanland hatte Israels Regierungschef Ministerpräsident Benjamin Netanyahu Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas am Vortag zur Wiederherstellung der Ordnung aufgerufen. Zur Beruhigung der Lage gab Israel zudem umgerechnet 75 Millionen Euro Steuern und Zölle frei, die es für die Autonomiebehörde einsammelt. Israel hält diese Gelder von Zeit zu Zeit zurück, um Druck auf die Autonomiebehörde auszuüben.
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