Politiker, Aktionäre und nicht zuletzt die Öffentlichkeit hatten scharfe Kritik an der Entschädigung geäußert. Vasella sah das nun offenbar ein: "Ich habe verstanden, dass in der Schweiz viele den Betrag für die Einhaltung des Konkurrenzverbotes als unverhältnismäßig hoch empfinden", so der abtretende Aufsichtsratschef in einer Aussendung.
Gleichzeitig betonte Vasella, dass er den Nettobeitrag ursprünglich für wohltätige Aktivitäten spenden habe wollen und das auch öffentlich mitgeteilt habe. Nun habe er dem Aufsichtsrat empfohlen, auf jegliche Zahlung zu verzichten. Der Aufsichtsrat teilte mit, dass er zwar an den Wert eines Konkurrenzverbots glaube, dennoch wolle man den Deal aufheben und somit den Bedenken der Aktionäre und weiterer Anspruchsgruppen Rechnung tragen.
"Vasella führt die liberale Schweiz aufs Schafott"
Die Debatte war für Schweizer Verhältnisse durchaus emotional verlaufen (siehe Infobox). "Die Wut über diese völlig überrissenen Boni ist riesig", sagte etwa Justizministerin Simonetta Sommaruga von der SP in den Fernsehnachrichten. Selbst wirtschaftsfreundliche Kreise gingen auf Distanz: "Herr Vasella führt die liberale Schweiz aufs Schafott", erklärte Philipp Müller, Chef der Liberalen FDP. Der frühere Präsident des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse, Gerold Bührer, sagte in der "SonntagsZeitung": "Ich finde das ethisch verwerflich." Daran ändere auch nichts, dass Vasella das Geld für wohltätige Zwecke spenden wollte.
Architekt von Novartis
Vasella gilt als Architekt von Novartis. Er war Gründungschef des 1996 aus der Fusion der Pharma-Unternehmen Sandoz und Ciba-Geigy hervorgegangenen Konzerns. 1999 wurde er Präsident. Sein Gehalt erreichte nach Schätzungen von Insidern einschließlich Optionen und Aktien in Spitzenzeiten 40 Millionen Franken (32 Millionen Euro) pro Jahr.
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