Jagd auf "Copkiller"

Ex-Bulle im “Krieg” mit Polizei von L.A. – drei Menschen tot

Ausland
08.02.2013 08:41
Ein Ex-Cop hält die Polizei in Kalifornien weiter in Atem: Der ehemalige Polizist in Los Angeles soll am Donnerstag zwei Beamte in der kalifornischen Stadt Riverside angeschossen haben, einer starb. Ein weiterer Polizist wurde in der Stadt Corona angeschossen und verletzt. Der 33 Jahre alte Christopher Jordan Dorner (Bild li. oben) wird auch im Zusammenhang mit einem Doppelmord am Sonntag in Irvine gesucht. Auf der Jagd nach dem "Copkiller" wurden zwei unbeteiligte Menschen durch Polizeischüsse verletzt.

Fieberhaft auf der Suche nach ihrem Ex-Kollegen Dorner sitzt der Finger am Abzug einiger Polizisten offenbar locker. So schossen Beamte des LAPD in Hollywood zwei Menschen an. Sie waren in einem Fahrzeug unterwegs, das der Beschreibung des Fluchtwagens des Ex-Polizisten, ein grauer Nissan Pickup-Truck Baujahr 2005, entsprach. 

Einem Bericht der "Los Angeles Times" zufolge handelt es sich bei den Opfern um zwei Frauen, die gerade beim Ausliefern von Zeitungen waren, als sie von den Beamten in ihrem Pkw angeschossen wurden. Beide mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Nur wenig später kam es auch in Torrance, einer Stadt im Los Angeles County, zu Schüssen auf ein verdächtiges Fahrzeug. Dabei sei aber niemand verletzt worden, sagte LAPD-Chef Charlie Beck bei einer Pressekonferenz.

Ausgebranntes Auto entdeckt - Skigebiet geschlossen
In einem Waldstück nahe dem Skiort Big Bear entdeckten die Behörden dann das ausgebrannte Auto (Bild) des flüchtigen früheren Polizisten. Das Skigebiet wurde vorsorglich gesperrt, Beamte gingen in dem Ort, der etwa zwei Stunden von Los Angeles entfernt liegt, von Tür zur Tür. Zuvor waren bereits das Portemonnaie und der Ausweis Dorners in San Diego - ebenfalls etwa zwei Stunden von Los Angeles entfernt - gefunden worden. Zudem suchte die Polizei Berichten zufolge in Nevada nach dem Mann, wo er ein Haus nahe Las Vegas besitzen soll.

"Werde Krieg gegen alle in Uniform führen"
Der Gesuchte, Reservist der US-Navy, soll auf Facebook in einem Manifest den Polizisten in Los Angeles sowie dem Department, in dem er vor einigen Jahren gearbeitet hatte, gedroht haben. Seine Attacken seien Rache für seine Entlassung.

Zugleich wies er auf Rassismus und Gewalt im Los Angeles Police Department hin. "Ich werde unkonventionell und asymmetrisch gegen alle in LAPD-Uniform Krieg führen, egal ob sie im oder außer Dienst sind", hieß es in dem Schreiben von Christopher Jordan Dorner, das CNN unter Berufung auf eine Quelle in Polizeikreisen veröffentlichte. "Ich hatte nie die Möglichkeit auf eine eigene Familie. Daher zerstöre ich jetzt eure." Die Polizei beschrieb Dorner als bewaffnet und extrem gefährlich. "Natürlich weiß er, was er da tut. Immerhin haben wir ihn ausgebildet", erklärte LAPD-Chef Charlie Beck.

Der Ex-Cop war 2008 entlassen worden, weil er falsche Aussagen gegen seine Ausbilderin gemacht habe, berichtete CBS News. Er behauptete, die Beamtin habe bei einer Festnahme einen Verdächtigen getreten, der an Schizophrenie leidet. Bei einer internen Untersuchung des Vorfalls wurde seinen Aussagen kein Glauben geschenkt. Angaben des Vaters des angeblich Misshandelten unterstützten allerdings die Behauptungen des Ex-Cops.

Zwei Leichen am Wochenende gefunden
Am Wochenende wurden in einem Wagen in Irvine die Leichen einer 28-Jährigen und ihres 27-jährigen Freundes gefunden. Beide wiesen mehrere Schusswunden auf. Die Frau war die Tochter eines ehemaligen leitenden LAPD-Beamten, der Dorner in dem Verfahren, das mit seiner Entlassung endete, als Verteidiger vertreten hatte.

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