Früher der klassische Wachmacher, heute hip: Der Kaffee machte einen Imagewandel durch. Das Geschäft mit den Bohnen boomt. Was das für Österreichs größte Rösterei bedeutet, verrät Iris Grieshofer, die Geschäftsführerin von Regio in Marchtrenk (Oberösterreich).
Zwischen sieben und acht Espressi trinkt Iris Grieshofer am Tag. „Ich weiß, dass das viel ist – das sieht auch mein Arzt so“, sagt die Geschäftsführerin der Regio-Rösterei in Marchtrenk und lächelt.
Seit mehr als zehn Jahren laufen bei der Linzerin die Fäden der Eigenmarke des Spar-Konzerns und damit von Österreichs größter Kaffeerösterei zusammen. Ihr Büro ist ein kleines Schmuckkästchen im Zeichen der Bohne: Alte Kaffeepackungen finden hier genauso Platz wie die von einer Mitarbeiterin genähten Vorhänge, die mit Sprüchen rund um den Kaffeegenuss bestickt wurden.
In der direkt angrenzenden Produktionshalle sorgen zwei Röster und drei Verpackungsanlagen dafür, dass in den Spar-Standorten in Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn und Norditalien immer genug Kaffee vorhanden ist.
„Kaffee ist hipper geworden“
Seit Grieshofer Ende 2013 die Verantwortung bei Regio übernahm, haben sich der Markt und das Konsumentenverhalten stark verändert: „Durch die ganzen kleinen Röster und die kleinen Kaffeehäuser, die aufgesperrt haben, stieg das Qualitätsbewusstsein“, erzählt die 47-Jährige. Und weiter: „Kaffee ist hipper geworden. Früher stand er halt so ein bisschen für den Sonntagnachmittag bei der Oma. Heute ist nicht nur der klassische Wachmacher, sondern auch Genussmittel.“
Früher stand er halt so ein bisschen für den Sonntagnachmittag bei der Oma. Heute ist nicht nur der klassische Wachmacher, sondern auch Genussmittel.
Iris Grieshofer
Regio hat sich in den letzten Monaten einen neuen Markenauftritt verpasst. Bei 22 Verpackungen wurde dabei am Design getüftelt, aber auch beim Material an Schrauben gedreht, um die Recyclingfähigkeit zu erhöhen.
Enorme Preissteigerungen bei Rohkaffee
„Unsere Bohnenpackungen sind jetzt komplett alufrei, wir gehen da komplett auf Kunststoff“, so Grieshofer, die abseits davon mit den Teuerungen bei Rohkaffee hadert: „Die Preise stiegen enorm. Was wir gerade erleben, ist verrückt. Wir geben unser Bestes, dass der Kunde das nicht so stark spürt.“
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