"Ein Fanfarenstoß"
Obama macht in seiner Antrittsrede Schwulen Hoffnung
Die National Gay and Lesbian Task Force nannte Obama den Präsidenten in der US-Geschichte, der sich am stärksten für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transsexuellen einsetze. "Die nächsten vier Jahre sind voller Versprechen für weiteren Fortschritt, um sicherzustellen, dass Homosexuelle voll anerkannt werden", sagte die Leiterin der Lobbygruppe, Rea Carey.
"Homosexuelle Brüder und Schwestern"
Obama hatte in seiner Rede auf den Stufen des Kapitols in Washington gefordert, allen Menschen in den USA die gleichen Chancen zu gewähren: "Unsere Reise wird nicht vollendet sein, bis unsere homosexuellen Brüder und Schwestern rechtlich wie alle anderen behandelt werden." Dabei stellte der Präsident die Stonewall-Unruhen von 1969 in New York, die als Meilenstein des Strebens von Schwulen und Lesben nach gesellschaftlicher Anerkennung gelten, in eine historische Linie mit der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung und dem Kampf um die Gleichstellung der Frau.
Bei der Vereidigungszemeronie trat auch erstmals ein offen schwuler Dichter auf, der aus Kuba stammende Richard Blanco. Der 44-Jährige trug das traditionelle Gedicht zur Inauguration vor, das er selbst verfasst hatte.
Äußerst heikles gesellschaftliches Thema
Die Rechte von Homosexuellen gehören zu den heikelsten gesellschaftlichen Themen in den USA. Der Oberste Gerichtshof will sich in diesem Jahr mit der Frage der Zulässigkeit homosexueller Ehen befassen. Der Supreme Court reagiert damit auf Klagen gegen das nationale Defence-of-Marriage-Gesetz von 1996, das die Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau festschreibt und nur verheirateten heterosexuellen Paaren Vorteile in Bereichen wie Steuern, Erbschaft oder Krankenversicherung gewährt.
Zudem müssen die Richter des höchsten US-Gerichts über die Homo-Ehe in Kalifornien befinden. Bei einem Referendum im Jahr 2008 hatte sich eine Mehrheit in dem Bundesstaat dafür ausgesprochen, dass die Ehe Mann und Frau vorbehalten sein soll. Ein Gericht hatte diese Regelung jedoch gekippt, wogegen Gegner der Homo-Ehe klagten.
Die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare ist in neun US-Bundesstaaten und in der Hauptstadt Washington zulässig, in 31 Bundestaaten ist sie verboten. In den übrigen US-Staaten gibt es keine ausdrückliche gesetzliche Festlegung. Die Beratungen am Supreme Court sollen im März beginnen und in eine Entscheidung im Juni münden.
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