"Kein Recht zu leben"

Indien: Opfer-Vater will Vergewaltiger hängen sehen

Ausland
21.01.2013 16:00
Gut drei Wochen nach dem Tod der vergewaltigten Inderin sind fünf ihrer mutmaßlichen Peiniger am Montag erstmals vor einem neuen Schnellgericht in der Hauptstadt Neu-Delhi erschienen. Die 23-Jährige war am 16. Dezember in einem fahrenden Bus in der Metropole von mehreren Männern brutal vergewaltigt worden und 13 Tage danach ihren schweren Verletzungen erlegen. Ihr Vater (Bild li.) forderte die Richter dazu auf, über alle Angeklagten die Todesstrafe zu verhängen.

Die Anhörung am Montag dauerte nur 25 Minuten, Richter Yogesh Khanna schloss die Öffentlichkeit von der Sitzung aus. Anwälte der Beschuldigten berichteten anschließend, die Staatsanwaltschaft habe dem Richter die Anklageschrift übergeben, die bei der nächsten Sitzung am Donnerstag debattiert werden soll. Dabei haben die Verteidiger Gelegenheit, die einzelnen Punkte infrage zu stellen. 

Der eigentliche Mordprozess beginnt erst, nachdem sich die Angeklagten für schuldig oder unschuldig erklärt haben. Ein Datum für den Prozessbeginn steht noch nicht fest. Den fünf Verdächtigen droht die Todesstrafe. Der sechste Beschuldigte ist noch minderjährig und wird daher vor ein Jugendgericht gestellt. 

Verteidiger stellten Anträge bei Gericht
Der Anwalt A. P. Singh sagte vor der Anhörung am Montag, er habe bei Gericht beantragt, auch einen seiner beiden Mandanten als Jugendlichen anzuerkennen. Dieser sei am 1. März 1995 geboren worden und damit zum Zeitpunkt der Tat am 16. Dezember 2012 noch nicht volljährig gewesen. Er müsse daher ebenso wie der sechste Verdächtige vor ein Jugendgericht gestellt werden. Die Polizei habe den Geburtstag des Angeklagten fälschlicherweise mit dem 1. März 1994 angegeben.

Ein zweiter Anwalt beantragte außerdem beim Verfassungsgericht, den Prozess in ein Gericht außerhalb Neu-Delhis zu verlegen. Er argumentierte, wegen der Proteste und der negativen Berichterstattung in den Medien sei ein neutrales Verfahren in der Hauptstadt nicht gewährleistet. Die Tat hatte international Schlagzeilen gemacht und in Indien landesweite, teils gewaltsame Demonstrationen ausgelöst.

Vater will schnelle Hinrichtung der Täter
Die Empörung über die Gruppenvergewaltigung ist noch immer groß. Erst am Montag trat erneut die Familie des 23-jährigen Opfers an die Öffentlichkeit: Der Vater des Mädchens forderte einen schnellen Prozess und die Hinrichtung der Angeklagten durch den Strang: "Es ist die Pflicht des Gerichts und der Richter, dafür zu sorgen, dass das Urteil schnell gesprochen wird und alle Männer gehängt werden." Kein Mensch habe das Recht, nach einem solch "abscheulichen Verbrechen" weiterzuleben.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
21.01.2013 16:00
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung