Der Streik beim südkoreanischen Technologieriesen Samsung Electronics wird nach Gewerkschaftsangaben auf unbestimmte Zeit fortgesetzt. Die National Samsung Electronics Union (NSEU) begründete ihre Entscheidung am Dienstag mit der mangelnden Gesprächsbereitschaft des Managements.
Der ursprünglich auf drei Tage angesetzte Ausstand hatte am Montag begonnen. Laut NSEU, die mit rund 30.000 Mitgliedern fast ein Viertel der südkoreanischen Belegschaft des Unternehmens vertritt, hat der Streik bereits zu Produktionsstörungen geführt.
Samsung hingegen hatte zuvor erklärt, der Streik habe keine Auswirkungen auf die Produktion gehabt. „Es gibt keine Unterbrechung der Produktion“, zitierten örtliche Medien am Dienstag Angaben aus dem Unternehmen. Eine Stellungnahme von Samsung zu dem unbefristeten Streik lag zunächst nicht vor.
Eine ranghohe Gewerkschaftsvertreterin widersprach den Unternehmensangaben – die Produktion sei durchaus beeinträchtigt. „Was jedoch viel wichtiger ist: Das Unternehmen muss verstehen, dass es uns nicht nur darum geht“, sagte Park Seol der Nachrichtenagentur AFP. „Wir möchten, dass sie unsere Stimme hören und verstehen, wie verzweifelt wir sind.“
„Erhebliches Risiko“ für Chip-Fertigung
Der Wirtschaftswissenschaftler Kim Dae Jong von der Sejong-Universität hatte am Montag zu bedenken gegeben, dass zu den Streik-Teilnehmenden auch diejenigen gehörten, die „an den Chip-Montagelinien arbeiten“. Da die Gewerkschaft den Streik verlängern könnte, sei dies „ein erhebliches Risiko für das Management von Samsung inmitten seines Wettlaufs um die Vorherrschaft auf dem wettbewerbsintensiven Chipmarkt“.
Gespräche bislang ergebnislos
Die Samsung-Beschäftigten streiken für höhere Löhne. Im Juni hatte es bereits einen eintägigen Streik gegeben – den ersten überhaupt in der Firmengeschichte. Samsung hatte sich zuvor jahrzehntelang erfolgreich gegen jedwede gewerkschaftliche Organisation seiner Beschäftigten gesträubt.
Seit Jänner befindet sich das Samsung-Management in Verhandlungen mit der Gewerkschaft. Allerdings gelang es beiden Seiten bisher nicht, ihre Differenzen zu überbrücken. Ein Lohnerhöhungsangebot des Unternehmens von 5,1 Prozent lehnte die Gewerkschaftsseite ab. Zudem pocht sie auf eine Verbesserung beim Jahresurlaub und bei der Transparenz der leistungsabhängigen Boni.
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