Irans Fußball-Frauen

„Besorgt und traurig!“ Stürmerin kämpft mit Tränen

Fußball International
04.03.2026 11:55
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Während die Lage in der Heimat eskaliert, stehen Irans Fußballerinnen beim Asien-Cup in Australien im medialen Interesse. Stürmerin Sara Didar kämpfte am Mittwoch mit den Tränen, als sie über ihre Gedanken dazu sprach. „Natürlich sind wir alle besorgt und traurig über das, was im Iran und unseren Familien dort passiert ist“, sagte die 21-Jährige via einer Übersetzerin. Sie hoffe sehr, „dass unser Land in Zukunft gute Nachrichten haben wird und stark und lebendig sein wird.“

Das Frauen-Team war schon lange vor Ausbruch des Konflikts mit Israel und den USA nach Australien gereist. Vor dem ersten Spiel in Gold Coast gegen Südkorea (0:3) am Montagabend hatten die Spielerinnen geschwiegen, als die Nationalhymne gespielt wurde. Dies wurde als stiller Protest gegen das Regime aufgefasst. Trainerin Marziyeh Jafari wurde vor der Partie von einem in Australien lebenden iranischen Journalisten zum Tod von Religionsführer Ayatollah Ali Khamenei befragt. „Ich denke nicht, dass wir über dieses Thema reden sollten“, sagte Jafari dazu.

Rücktritte nach niedergeschlagenen Regierungsprotesten
Zwei Spielerinnen hatten schon vor der Reise ihren Rückzug aus dem Team angekündigt. Verteidigerin Kowsar Kamali erklärte in einem mittlerweile gelöschten Instagram-Posting, dass sie „nicht mehr so tun kann, als wäre alles normal“. Kamali spielte damit auf die niedergeschlagenen regierungskritischen Proteste im Iran an. Nach der Ankunft der Delegation in Australien waren Medienberichte aufgekommen, wonach auch Personen mit Verbindung zu den iranischen Revolutionsgarden mitgereist seien. Diese wird in Australien als Terrororganisation geführt.

Der Iran bestreitet das zweite Gruppenspiel gegen die klar favorisierten Gastgeberinnen am Donnerstag. In Australien wird das Team vor allem von Exil-Iranern unterstützt. Im ersten Spiel war zu sehen, dass Fans Flaggen aus der Zeit vor der islamischen Revolution 1979 hochhielten. Wie eine Anhängerin gegenüber dem Sender ABC erklärte, habe man die Spielerinnen angefeuert, ihre Kopftücher abzunehmen und „auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen“.

Trainerin Jafari erklärte, dass das Frauen-Team die Anhänger stolz machen wolle. „Wir machen uns große Sorgen um unsere Familien und die Menschen im Iran“, sagte sie. Kontakt nach Hause gebe es keinen. „Niemand mag Krieg ... aber wir sind hier, um professionell Fußball zu spielen und wir werden versuchen, uns auf das nächste Spiel zu konzentrieren.“ Am Sonntag spielen die Iranerinnen im letzten Gruppenspiel noch gegen die Philippinen.

Australiens Trainer will Mitgefühl zeigen
Australiens Trainer Joe Montemurro erklärte, er wolle, dass sein Team und die Fans im voraussichtlich ausverkauften Gold Coast Stadium das iranische Team mit Mitgefühl empfangen. „Wir wollen ihnen das bestmögliche Turnier bieten, ihnen die Erfahrung ihres Lebens ermöglichen“, sagte Montemurro. „Für uns geht es darum, menschliches Mitgefühl und Respekt zu zeigen.“

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