Sa, 23. Juni 2018

Amoklauf an Schule

15.12.2012 14:12

Obama weint um tote Kinder: "Unsere Herzen gebrochen"

Der blutige Amoklauf in einer amerikanischen Volksschule mit 27 Toten hat das gesamte Land in einen tiefen Schock gestürzt. Bei einer Rede im US-Fernsehen konnte auch Präsident Barack Obama die Tränen kaum zurückhalten. "Unsere Herzen sind gebrochen", sagte er. Mit dem Blutbad ist zudem die Debatte über die laxen Waffengesetze in den USA neu entflammt. Waffengegner hielten in der Nacht auf Samstag eine Mahnwache vor dem Weißen Haus ab.

"Der Großteil der Opfer waren Kinder - hübsche kleine Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren", sagte Obama vor Medienvertretern und hielt immer wieder inne. "Sie hatten das ganze Leben noch vor sich - Geburtstage, Schulabschluss, Hochzeit, eigene Kinder." Nichts und niemand könne den Platz füllen, den ein Kind, das man verliert, hinterlässt. "Wir können nur die Hand reichen und unsere Hilfe anbieten, um die Eltern daran zu erinnern, dass wir für sie da sind, dass wir für sie beten", so ein sichtlich mitgenommener US-Präsident.

Obama gedachte auch der toten Erwachsenen, "Männer und Frauen, die ihr Leben der Bildung gewidmet und dabei geholfen haben, den Kindern ihre Träume zu erfüllen".

"Unsere Herzen sind gebrochen"
"Unsere Herzen sind heute gebrochen - für die Eltern und Großeltern, Schwestern und Brüder dieser kleinen Kinder, und für die Familien der Erwachsenen, die wir heute verloren haben. Unsere Herzen sind auch für die Eltern der Überlebenden gebrochen", sagte Obama. "Gott möge die Erinnerung an die Opfer segnen, und, in den Worten der Heiligen Schrift, diejenigen heilen, die gebrochenen Herzens sind und ihre Wunden verbinden."

Die Vereinigten Staaten hätten schon zu oft eine Tragödie wie diese erlebt, man müsse sich überlegen, wie man solche Blutbäder in Zukunft verhindern kann. Obama deutete in seiner Rede schließlich die Notwendigkeit an, gegen die lockeren Waffengesetze vorzugehen.

Lehrerin: "Es war entsetzlich"
Derzeit ist die "Sandy Hook Elementary School" in der Kleinstadt Newtown im US-Bundesstaat Connecticut noch als Tatort abgesperrt. Es handele sich um eine "gewaltige Untersuchung", sagte ein Polizeisprecher. Es gebe bislang nur eine vorläufige Liste mit den Namen der getöteten 20 Kinder und 6 Erwachsenen. Die Familien seien informiert worden.

"Es war entsetzlich", beschrieb eine 29-jährige Lehrerin das Horrorszenario an ihrer Schule. "Ich habe nicht geglaubt, dass wir überleben würden", sagte Kaitlin Roig dem US-Sender ABC. Als sie Schüsse hörte, habe sie sich mit ihren 14 Schülern auf der Toilette eingeschlossen. "Ich habe ihnen gesagt, sie müssten absolut still sein." "Es wird alles gut werden", habe sie die weinenden Kinder getröstet, erzählte die Lehrerin unter Tränen.

Mutter des Amokläufers tot in Wohnung aufgefunden
Nach Informationen des TV-Senders CNN identifizierten die Behörden den mutmaßlichen Täter als den 20-jährigen Adam Lanza. Die Polizei stellte drei Waffen sicher: ein halbautomatisches Sturmgewehr und zwei Pistolen. Alle drei Waffen seien legal erworben worden und auf den Namen der Mutter registriert, berichteten Medien.

Zusätzlich zu den Toten in der Schule habe man die Leiche der Mutter des Amokläufers in einer Wohnung in Newtown gefunden, berichtete CNN. Nancy Lanza habe als Lehrerin an der Schule gearbeitet. Der junge Mann soll bei seiner geschiedenen Mutter gewohnt haben.

"Es machte Bang, Bang"
Das Verbrechen hatte sich kurz nach Schulbeginn am Freitag in der Kleinstadt Newtown nördlich von New York ereignet. Ermittler sprachen von einem Bild des Grauens. Neben den Kindern starben in der Schule sechs Erwachsene, darunter die Rektorin und ein Psychologe. Nach Berichten von Augenzeugen gab der Amokläufer bis zu 100 Schüsse ab. "Es machte Bang, Bang, ich habe Schreie gehört", schilderte ein Bub die Szene.

Der Mann sei ganz in schwarz gekleidet in die "Sandy Hook Elementary School" eingedrungen und habe das Feuer eröffnet. Er habe zudem eine schusssichere Weste getragen. Lehrer versuchten in Panik, ihre Schüler in Sicherheit zu bringen. Ein Kind berichtete, die Lehrer hätten sie mit der Begründung aus der Schule geführt, dass es dort "ein wildes Tier" gebe.

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