„Krone“-Kommentar
Präsident Emmanuel Macron als lahme Ente
Was für eine Demütigung! Egal, wie die zweite Runde der Parlamentswahlen am nächsten Sonntag ausgeht: Präsident Macron ist ab sofort eine lahme Ente (Fachjargon für Politiker, die nichts mehr bewegen können): Entweder die Nationale Sammelbewegung erhält die absolute Mehrheit der Sitze und Le Pens politischer Ziehsohn zieht in das Amt des Premierministers ein, oder es gibt im Parlament ein Unentschieden und Macron muss eine Technokratenregierung einsetzen.
Wie auch immer: Le Pen kann den Präsidenten ausbremsen.
Macrons Irrtum
Emmanuel Macron (mit dem angeblich besonders hohen IQ) hat in seinem Hochmut haarsträubende Fehler begangen, die sich nun bitter rächen. Er wollte durch Blitzwahlen die Wähler zwingen, ihre Entscheidung bei den EU-Wahlen als Irrtum zu bereuen und zu korrigieren.
Er hatte nicht erwartet, dass sich die zerstrittene Linke zu einer Volksfront vereint, und er hatte damit gerechnet, dass die konservativen Republikaner (Ex-Gaullisten) auf seine, Macrons, Plattform aufspringen.
Die großen Wahlverlierer sind die politische Mitte und die EU. Schlimmstenfalls wird Frankreich in Brüssel mit zwei (verschiedenen) Stimmen sprechen: der Präsident bei Gipfeltreffen und die Regierung in den Ministerräten. Der Premierminister verantwortet die Innen- und Wirtschaftspolitik und sitzt im Parlament auf den Finanzen.
Geld regiert die Welt – so einfach ist das.









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