Mehrere Absagen

Spekulationen über Putins Gesundheit reißen nicht ab

Ausland
30.11.2012 13:19
Die Absage eines Besuchs von Japans Premier Yoshihiko Noda in Moskau hat für neue Spekulationen über den Gesundheitszustand des russischen Präsidenten Wladimir Putin gesorgt. Aus Tokio hieß es am Freitag, der Kreml habe ein Treffen im Dezember wegen einer "Verletzung Putins" gestrichen. Das russische Präsidialamt wies diese Darstellung jedoch zurück. Der 60-jährige Staatschef hatte zuletzt auf mehrere Auslandsreisen verzichtet.

Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte der russischen Nachrichtenagentur ITAR-TASS, für den Besuch Nodas in Moskau habe es "kein festes Datum" gegeben. Putin arbeite "wie immer" und habe "die Absicht, seinen Arbeitsrhythmus beizubehalten". Wenn der Präsident hin und wieder "sportbedingte Schmerzen im Rücken, in der Hand oder im Bein" habe, beeinträchtige dies seine Arbeit nicht.

Verletzung der Wirbelsäule?
Schon seit einigen Wochen wird darüber spekuliert, dass Putin unter einer alten Verletzung der Wirbelsäule leiden könnte. Laut Medienberichten habe sich diese verschlimmert, als der Präsident Anfang September publikumswirksam in einem Leichtflugzeug Kraniche Richtung Süden bringen wollte (Bild 2). Draufhin sagte Putin Besuche u.a. in Turkmenistan, Bulgarien, Indien und der Türkei ab. 

Auch für Putins offensichtlich rar gewordene Besuche im Kreml hatte sein Sprecher Peskow vorige Woche eine Erklärung parat - allerdings eine etwas seltsam anmutende: Demnach wolle der Präsident den zähen Moskauer Verkehrsfluss nicht mit seiner Fahrzeugkolonne verlangsamen. Für die Fahrten von der Residenz zum Kreml werden immer zahlreiche Straßen gesperrt, was viele dann im Stau steckende Autofahrer mit wütendem Hupen begleiten. Allerdings: In seinen bisherigen zwölf Jahren an der Macht hatte dies Putin wenig gestört.

Erinnerungen an die Sowjet-Ära
In der Sowjetunion war die oft beträchtlich angeschlagene Gesundheit von Staats- und Parteichefs von Leonid Breschnew über Juri Andropow bis hin zu Konstantin Tschernenko stets ein Staatsgeheimnis gewesen. Auch über Putins Vorgänger Boris Jelzin hatte es immer wieder Spekulationen gegeben. Während viele Bürger sein oft bizarres Verhalten auf Alkohol zurückführten, hieß es offiziell, es handle sich um Nebenwirkungen von starken Herzmedikamenten.

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