"Aktuell befindet sich der Verdächtige in Verwahrungshaft. Ob Untersuchungshaft verhängt wird, wird binnen 48 Stunden vom Haft-und Rechtsschutzrichter entschieden", klärte Wehofer auf. Zudem müssten noch die genauen Umstände der Tat geklärt werden: Wie waren die Sichtverhältnisse, der Winkel bei der Schussabgabe usw. Das Verfahren ist bei der Staatsanwaltschaft anhängig, die Bezirkshauptmannschaft werde ebenfalls ein Verfahren einleiten.
"Ständiger Lärm" und "starker Leidensdruck" als Tatmotive
Zu seinen Motiven befragt, habe der Mann "ständigen Lärm" aus den beiden Wohnungen genannt. Dazu sei "starker Leidensdruck" bei seiner Frau dazugekommen, die Ruhe gebraucht hätte. Alles in allem sei es dem Mann zu viel geworden: "Er dürfte die Kontrolle verloren haben", so der Ermittler. Er sei "nicht in die Ecke einer ausländerfeindlichen Gesinnung zu stellen. Es geht um die persönlichen Umstände".
In alkoholisiertem Zustand feuerte der Verdächtige am Montagabend, kurz vor Mitternacht, zwei Mal aus einer Entfernung von etwa 80 bis 100 Metern von einer gegenüberliegenden Böschung aus auf die Wohnungen. "Die Projektile wurden sichergestellt. Bei der Tatwaffe handelt es sich um ein Jagdgewehr", erklärte ein Polizist. Es konnte wenig später sichergestellt werden. Der 61-Jährige hatte das Gewehr in einer Halle in St. Margarethen versteckt. Außerdem wurden fünf weitere Gewehre sowie ein Revolver sichergestellt.
Der 61-jährige Mann, der sowohl im Besitz eines Jagdscheines als auch einer Waffenbesitzkarte ist, gilt als unbescholten. Wie genau die Polizei dem Schützen auf die Spur gekommen war, ist nicht bekannt.
"An einen Schuss habe ich überhaupt nicht gedacht"
Für die Bewohner der unter Beschuss genommenen Wohnungen war es ein Schock. Mutter Ebru C. erzählt: "Ich wollte meinem Sohn Jakob das Fläschchen bringen. Genau als ich das Licht aufgedreht habe, gab es den lauten Knall. Ich wusste nicht, was los war - an einen Schuss habe ich zuerst überhaupt nicht gedacht." Ein Projektil war im Jalousienkasten des Schlafzimmers eingeschlagen – wo das zweijährige Kind seelenruhig schlief. Von dem Anschlag bekam der Bub nichts mit.
Nur Minuten später bereits der nächste Knall - diesmal geriet die Nachbarwohnung ins Visier des noch unbekannten Schützen: Das Geschoss drang durch das Kinderzimmerfenster und schlug im Türrahmen ein. Auch hier lag ein Bub (4) friedlich in seinem Bett - sein 19-jähriger Bruder stand gerade unter der Dusche. Riesenglück hatte die Mutter der beiden: Nur Sekunden vor dem Einschlag hatte sie die Schussbahn verlassen und war aus dem Zimmer gegangen.
Fahrgast schießt auf Bus-Heckscheibe
Ein Schussattentat gab es am Montag auch in Tirol: In Innsbruck schoss am späten Nachmittag ein 22-Jähriger mit einer Luftdruckpistole auf die Heckscheibe eines Linienbusses, nachdem er von dem Lenker aus dem Bus geworfen worden war. Der Mann wollte den Fahrpreis nicht bezahlen und brach deshalb einen Streit vom Zaun. Dies ließ sich der Buschauffeur aber nicht bieten und warf den 22-Jährigen an einer Haltestelle in Kranebitten aus dem Bus.
Aus Ärger darüber schoss der junge Mann mit der Pistole auf die Heckscheibe des Busses, nachdem das Fahrzeug losgefahren war. Die Scheibe des Fahrzeugs wurde beschädigt, verletzt wurde aber glücklicherweise niemand. Der Schütze wurde angezeigt.
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