Den Polizeibehörden zufolge wurde das 52-jährige Opfer am Samstagabend von seiner Haushälterin tot aufgefunden. Faull habe in seinem Haus in San Pedro Town mit dem Gesicht nach unten in einer Blutlache gelegen – mit einer Schusswunde am Kopf. Außerdem seien ein Laptop und ein iPhone gestohlen worden. Faulls Nachbar McAfee soll nun in Zusammenhang mit dem Mordfall vernommen werden, heißt es vonseiten der Polizei. Der will allerdings auf keinen Fall mit den Behörden reden, da er hinter der ganzen Sache ein Komplott der Regierung vermutet.
Wie das US-Magazin "Wired" auf seiner Website berichtet, habe sich McAfee inzwischen telefonisch bei einem Mitarbeiter des Magazins gemeldet und seine Unschuld beteuert. Der 67-Jährige glaube, der Angriff hätte eigentlich ihm gelten sollen. "Ich dachte mir, vielleicht sind sie hinter mir her. Sie haben ihn mit mir verwechselt."
Mordkomplott der Regierung?
Dem 67-Jährigen zufolge sollen die Mörder auf Befehl von ganz oben gehandelt haben: Dass er von den Behörden verfolgt werde, liege daran, dass der Regierungschef Belizes ihn nicht leiden könne. Er habe es vor Monaten abgelehnt, einem Provinzpolitiker eine Spende zu geben. "Sie versuchen seit Monaten, mich zu kriegen, und wollen mich zum Schweigen bringen. Sie können sagen, ich sei paranoid, aber sie werden mich umbringen, gar keine Frage", sagte McAfee.
Vor Polizei in Sand versteckt
Bei der Razzia der Polizei auf seinem Anwesen am Sonntag habe er sich deshalb im Sand vergraben und so vor den Augen der Ordnungshüter versteckt. Freiwillig mit der Polizei sprechen wolle er "unter keinen Umständen". An eine Flucht aus Belize denkt McAfee aber offenbar ebenso wenig: "Mir gefällt es hier, es ist der schönste Ort auf der Welt."
Drogen und Schusswaffen
Den Aussagen McAfees stehen allerdings Berichte gegenüber, denen zufolge sich der 67-Jährige in den vergangenen Wochen zunehmend von seinen Kollegen entfernt haben soll und "unberechenbar" gewesen sei. Zudem soll der Softwarespezialist Kontakte ins kriminelle Milieu gehabt und sich mit einem der berüchtigsten Gangster in Belize eingelassen haben, berichtet "Gizmodo".
Demnach soll McAfee auch mit Drogen experimentiert haben. Bereits im Frühjahr sei sein Haus deshalb sowie wegen des Verdachts auf illegale Schusswaffen durchsucht worden (siehe Infobox). Auch das Verhältnis zwischen McAfee und dem Mordopfer Faull soll alles andere als rosig gewesen sein. Erst vergangenen Mittwoch habe Faull dem Bericht nach noch Anzeige gegen McAfee erstattet. Der Vorwurf: McAfee habe mit Schusswaffen gefeuert.
Mit Virenschutz-Software reich geworden
John McAfee ist ein amerikanischer Programmierer, nach dem das 1987 gegründete Unternehmen McAfee und die gleichnamige Virenschutzsoftware benannt ist. In den 1990er-Jahren verkaufte McAfee seine Firma und erlöste damit Millionenbeträge. Seit Februar 2011 gehört der Sicherheitsanbieter dem Chip-Hersteller Intel.
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