"Sorgen für euch"

Obama besuchte Hurrikan-Opfer und sagte Hilfe zu

Ausland
01.11.2012 13:44
US-Präsident Barack Obama hat den Opfern des Hurrikans "Sandy" langfristige und unbürokratische Hilfe zugesagt. "Wir werden dafür sorgen, dass ihr alle Hilfe bekommt, die ihr braucht, bis ihr wieder alles aufgebaut habt", versprach Obama am Mittwoch bei einem Besuch in dem besonders betroffenen Bundesstaat New Jersey.

Zusammen mit New Jerseys republikanischem Gouverneur Chris Christie, der Obama am Dienstag für sein Krisenmanagement sehr gelobt hatte, überflog der Präsident in einem Hubschrauber die Küste des Bundesstaats, um die Schäden zu begutachten.

"Wir werden langfristig zur Verfügung stehen", sagte Obama anschließend in einer Notunterkunft in Brigantine, wo er mit Opfern des Wirbelsturms sprach. Zudem werde er "keinerlei Bürokratie" dulden. "Wir werden für schnellstmögliche Hilfe sorgen", sagte Obama. Das Wichtigste sei nun, möglichst rasch zum Alltag zurückzukehren.

Langsame Rückkehr zur Normalität
Und genau daran arbeiten derzeit Einsatzkräfte, Betroffene und Freiwillige. In der besonders schwer betroffenen Metropole New York bemühten sich die Behörden vor allem um die Wiederherstellung des Nahverkehrs und des Stromnetzes.

Weil die Busse am Mittwoch nur teilweise fuhren und die U-Bahn wegen kilometerweiter Überflutung der Tunnel außer Betrieb war, versuchten die Menschen mit dem Auto nach Manhattan zu kommen. Bürgermeister Michael Bloomberg ordnete angesichts der Staus an, dass nur Autos mit mindestens drei Insassen die Brücken über den East River passieren dürfen.

Die Metro sollte am Donnerstag auf 13 von 21 Linien wieder teilweise den Betrieb aufnehmen, wie der Gouverneur des Staats New York, Andrew Cuomo, ankündigte. Sie sind bis Freitag gratis.

Nachwehen des Hurrikans überall zu spüren
Weil in den überschwemmten Tunneln auch Stromkabel verlaufen, blieb der Süden Manhattans weiter ohne Strom - insgesamt sitzen sogar noch 6,2 Millionen Menschen im Dunklen (siehe Video in der Infobox). Die Schulen sollten bis Ende der Woche geschlossen bleiben. Auch der an den East River grenzende UN-Hauptsitz war nach Angaben eines UN-Sprechers von "Sandy" betroffen. Das Mahnmal für die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 wurde durch Überschwemmungen beschädigt.

Mit Newark und JFK nahmen zwei der drei New Yorker Flughäfen ihren Betrieb langsam wieder auf, auch La Guardia sollte am Donnerstag folgen. Die Börse nahm nach ihrer zweitägigen Zwangspause am Mittwoch den Handel wieder auf. 

Am Wochenende soll in der Stadt außerdem wie geplant der New York Marathon stattfinden. Für diese Entscheidung wurde Bloomberg aber auch kritisiert: "Ich verstehe, dass der Marathon der lokalen Wirtschaft Einnahmen bringt, aber seien wir ehrlich, er bindet erhebliche Kräfte. In keinem der Bezirke läuft es auch nur annähernd normal", sagte die Senatorin des Bundesstaates New York, Liz Krueger, der "New York Times".

Der Metropole New York dürften die Folgen des Sturms bis 200 Millionen Dollar täglich kosten. Die wirtschaftliche Aktivität sei durch "Sandy" auf rund 20 Prozent des Üblichen zurückgegangen, sagte der Finanzchef der Stadt, John Liu. Es gebe Auswirkungen auf allen Ebenen - vom Pizza-Verkauf bis zu Firmenübernahmen. Er rechne nicht damit, dass sich die Wirtschaft so schnell wieder erholen werde, ergänzte Liu. Experten zufolge dürfte "Sandy" einer der teuersten Stürme in der US-Geschichte sein. Allein die versicherten Verluste dürften sich demnach insgesamt auf bis zu 15 Milliarden Dollar belaufen.

Wahlkampf wieder eröffnet
Unterdessen ist der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney am Mittwoch mit Auftritten in Florida wieder in den Wahlkampf eingestiegen, verzichtete aber auf scharfe Attacken gegen Obama. Zudem warb er um Spenden für die Opfer des Sturms.

Obama kündigte an, den Wahlkampf am Donnerstag wieder aufzunehmen. Der Ausgang der Wahl am kommenden Dienstag steht auf Messers Schneide.

Bereits über elf Millionen Dollar an Spenden
"Sandy" löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Mehr als elf Millionen Dollar hat das Rote Kreuz schon erhalten. Auch Prominente und Firmen geben eifrig - und ein anonymer Großspender in New York. Der Unbekannte habe der Stadt New 2,5 Millionen Dollar für die Wiederaufbaumaßnahmen geschenkt, sagte Bürgermeister Bloomberg am Mittwoch. Der bisher größte bekannte Einzelspender wollte aber zunächst anonym bleiben.

Medienmogul Rupert Murdoch teilte dagegen per Kurznachrichtendienst Twitter mit, sein Unternehmen habe den betroffenen Familien in New York und New Jersey eine Million Dollar zur Verfügung gestellt.

Der Autoproduzent Ford kündigte eine Spende in Höhe von 50.000 Dollar an, Konkurrent Toyota von einer Million. Die Baseball-Mannschaft der New York Yankees versprach 500.000 Dollar. Und selbst Länder wie Iran und Kuba zeigten trotz ihrer politischen Feindschaft ihr Mitgefühl oder boten Unterstützung an.

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