So, 22. Juli 2018

Ehefrau unter Opfern

22.10.2012 19:26

USA: 45-Jähriger richtet Blutbad in Schönheitssalon an

Ein 45-jähriger US-Amerikaner hat am Sonntag in einem Schönheitssalon drei Frauen getötet und vier weitere verletzt. Danach brachte er sich selbst um. Ziel war nach Angaben der Polizei die Ehefrau des Schützen, die in dem "Azana Salon and Spa" in Brookfield im Bundesstaat Wisconsin arbeitete und getrennt von ihm lebte. Sie ist, wie die Polizei später bestätigte, unter den Toten.

Die Frau hatte erst in der vergangenen Woche bei Gericht eine einstweilige Verfügung erwirkt, die ihrem Mann für vier Jahre verbot, ihr nahezukommen. "Er wollte mit ihr abrechnen", zitierte der Sender CNN einen Polizeisprecher.

Vier Frauen verbarrikadierten sich in Zimmer
Der Azana-Salon, der gegenüber einem Einkaufszentrum liegt, ist sonntags geöffnet. Ungefähr ein Dutzend Menschen hielten sich in dem Gebäude auf, als der Mann gegen 11 Uhr im Taxi vorfuhr, einen Rucksack auf dem Rücken, eine Waffe in der Hand. Er sei dann in das Gebäude gestürmt und habe gefeuert, zitierte der "Journal Sentinel" eine Augenzeugin. Sie hielt sich den Angaben zufolge zusammen mit einer anderen Masseurin und zwei Kundinnen im ersten Stock des Salons auf.

Sie hätten die Tür mit Massage-Tischen verbarrikadiert, die Musik abgedreht und alle Lampen ausgeschaltet. Dann habe sie mit ihrem Handy den Polizeinotruf gewählt, so die Zeugin.

Der Schütze wurde nach der Bluttat in einem Hinterzimmer des Salons tot aufgefunden. Die Polizei hatte sich vorsichtig durch das Gebäude vorarbeiten müssen, nachdem sie in einem Zimmer einen verdächtigen Gegenstand gesichtet hatte. Statt der befürchteten selbst gebastelten Bombe handelte es sich jedoch um einen Propangas-Behälter.

Frau beantragte einstweilige Verfügung
Nach Medienberichten hatte es zwischen dem Täter, einem Ex-Marine und Autoverkäufer, und seiner Frau schon länger Probleme gegeben. So soll die Polizei vor der Trennung mehrere Male ins Haus des Paares gerufen worden sein, in dem das Paar mit der gemeinsamen 13-jährigen Tochter und einer 20-jährigen Tochter aus einer früheren Beziehung der Frau lebte. Die Frau habe schließlich die einstweilige Verfügung beantragt, nachdem der Mann Reifen an ihrem Auto aufgeschlitzt hatte.

Dem "Journal Sentinel" zufolge hatte der Schütze noch in der vergangenen Woche einen Hilferuf ausgesendet, ein Signal für eine mögliche Eskalation. "Ich muss aus Wisconsin raus", schrieb er demnach auf Facebook. "HELP..."

Zweites Blutbad in der Region in nur drei Monaten
In Brookfield, einem gutbürgerlichen Vorort von Milwaukee, löste das Verbrechen Entsetzen und Fassungslosigkeit aus. Es war das zweite Blutbad in der Region von Milwaukee in weniger als drei Monaten. Am 5. August hatte ein Mann in einem Sikh-Tempel in Oak Creek sechs Menschen erschossen, bevor er sich selbst tötete. Und nicht einmal einen Kilometer von dem Salon entfernt steht jene Kirche, in der ein anderer Mann 2005 das Feuer auf Gläubige eröffnet und sieben erschossen hatte.

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