Arbeitszeit-Ranking

Österreicher und Briten arbeiten in der EU am längsten

Wirtschaft
05.10.2012 16:30
Großbritannien und Österreich sind in der EU die Länder mit der längsten Wochenarbeitszeit. Die Briten arbeiten im Schnitt 42,2 Stunden, die Vollzeitarbeitnehmer in Österreich 41,8 Stunden. Am kürzesten ist die Arbeitswoche in Dänemark, wo man nach 37,7 Stunden ins Wochenende gleitet. In allen EU-Staaten sind laut der Erhebung von Eurostat die Arbeitszeiten von Männern etwas länger als von Frauen.

Mit den Spitzenreitern vergleichbare Wochenarbeitszeiten haben noch Zypern und Portugal mit jeweils 41,1 Stunden. Ähnlich kurz wie in Dänemark arbeitet man auch in Irland (38,4), Italien (38,8) und den Niederlanden (39,0). In Griechenland dauert die durchschnittliche Arbeitswoche 40,4 Stunden, in Spanien 40,3. 

Die Eurostat-Erhebung enthält auch die Daten zu potenziellen Beitrittskandidaten: Hier führen die türkischen Arbeitnehmer mit 52,2 Stunden pro Woche vor Mazedonien mit 43 Stunden und Kroatien mit 41 Stunden. Die Schweizer arbeiten mit 41,8 Stunden übrigens genau so lange wie die Österreicher. 

Männer arbeiten länger als Frauen
In praktisch allen Ländern arbeiten Männer länger als Frauen. In Irland ist der Unterschied mit 40 Stunden zu 36,5 Stunden besonders groß, im Gleichberechtigungs-Eldorado Schweden mit 40 zu 39,8 am kleinsten. In Österreich arbeiten die Männer 42,4 Stunden, die Vollzeit-Arbeitnehmerinnen 40,8 Stunden.

Fast drei Viertel im Dienstleistungssektor
Laut der Erhebung von Eurostat arbeiteten 2011 fast 70 Prozent der Erwerbstätigen - Arbeitnehmer und Selbstständige - im Dienstleistungsbereich, gegenüber 62 Prozent im Jahr 2000. Auf die Bereiche Industrie und Bauwesen entfallen EU-weit 25 Prozent und auf die Landwirtschaft 5 Prozent. Am höchsten ist der Dienstleistungsanteil mit 75 Prozent in Luxemburg.

In Österreich liegt der Anteil der Erwerbstätigen im Dienstleistungsbereich mit 68,7 Prozent etwas unter dem EU-Durchschnitt. 42 Prozent der Österreicher arbeiten für marktbestimmte Dienstleistungen, 26,7 Prozent für hauptsächlich nicht-marktbestimmte. Auf die Bereiche Landwirtschaft entfielen 2011 in Österreich 5,3 Prozent, auf die Industrie 26 Prozent.

Tendenz zu befristeten Arbeitsverträgen
Der Anteil der Arbeitnehmer mit einem befristeten Arbeitsvertrag stieg in der EU von zwölf Prozent im Jahr 2000 auf 15 Prozent 2007 und verringerte sich dann leicht auf 14 Prozent im Jahr 2011. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den EU-Staaten. In Polen haben 27 Prozent der Arbeitnehmer einen befristeten Vertrag, in Rumänien nur zwei Prozent. In Österreich beträgt der Anteil 9,6 Prozent.

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