Lohn noch kein Thema

Metaller: Arbeitszeit als zentraler Streitpunkt

Wirtschaft
27.09.2012 08:43
Die zweite Runde der Kollektivverhandlungen für die Metallindustrie ist am Mittwoch erwartungsgemäß ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Im Zentrum der Gespräche stand eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Während die Arbeitgeberseite für jeden der sechs Fachbereiche einzelne Rahmenbedingungen ausverhandeln möchte, wollen die Gewerkschaften mit allen Vertretern gemeinsam über neue Arbeitszeitmodelle verhandeln. Über Lohnerhöhungen sei noch nicht diskutiert worden, hieß es aus Verhandlungskreisen.

Die Gewerkschaften Pro-Ge und GPA fordern fünf Prozent mehr Lohn, wie sie bereits beim ersten Zusammentreffen am 19. September mit ihrem Forderungskatalog an die Industrie kundgetan haben. Dazu gibt es noch keine konkreten Gegenvorschläge der Arbeitgebervertreter. Sie wollen derzeit vor allem über neue Rahmenbedingungen reden. So sollen längere Durchrechnungszeiten für Überstunden Firmen die nötige Flexibilität verschaffen, um auf sich rasch verändernde Auftragssituationen reagieren zu können. Für die Arbeitnehmervertreter sind sie hingegen der Versuch der Industrie, die Überstundenzuschläge zu reduzieren.

Laut Christian Knill, Obmann der Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI), geht es vor allem um drei Punkte: Junge Beschäftigte sollen länger arbeiten und mehr verdienen, während ältere Arbeitnehmer bei vollem Lohnausgleich kürzertreten sollen. Des Weiteren fordert die Industrie Lohnabschlüsse, die sich nach der Arbeitsintensität und der Lage des jeweiligen Betriebes richten. Zu guter Letzt will die Arbeitgeberseite eine flexible Arbeitszeitregelung auf Betriebsebene.

Nach dem 5. Oktober sind Warnstreiks möglich
"Das wird es mit uns ganz sicher nicht geben", betonte Verhandlungsführer Rainer Wimmer (Pro-Ge). Co-Verhandler Karl Proyer (GPA) stellte ebenfalls klar: "Das spielt es nicht. Das ist eine Geringschätzung der Gewerkschaftsbewegung." Sollte sich der Fachverband Maschinen-und Metallwarenindustrie hier bei der nächsten Verhandlungsrunde am 5. Oktober nicht bewegen, dann werde man in einem ersten Schritt die Mitarbeiter informieren, stellten Wimmer und Proyer Betriebsversammlungen in den Raum. Sie widersprachen der Aussage Knills, wonach die Industrie eine Reduktion der Stunden für ältere Arbeitnehmer bei vollem Lohnausgleich vorgeschlagen habe. Außerdem zeigten sich die beiden Gewerkschafter verärgert darüber, dass die Industrie bisher keinen Vorschlag für eine konkrete Lohnerhöhung gemacht habe. 

Im Vorjahr gab es bereits nach zwei Verhandlungsrunden Warnstreiks, nach der vierten Runde einigte man sich schlussendlich auf eine Durchschnittslohnerhöhung von 4,2 Prozent, die Arbeitszeit damals war kein Thema. 

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Wirtschaft
27.09.2012 08:43
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung