Im Kampf gegen die illegale Migration gewinnt die Zusammenarbeit zwischen dem Burgenland und Ungarn international an Bedeutung. Um den Zustrom an Flüchtlingen in Europa einzudämmen, nimmt sich Serbien die erfolgreiche länderübergreifende Operation Fox als Vorbild. Die „Füchse“ schlagen verstärkt zu.
Schon seit Langem stellt die Schleppermafia die Polizei im Burgenland vor große Herausforderungen. Waren 2019 noch 83 Straftaten zu verzeichnen, so stieg die Zahl der Anzeigen 2020 auf 324, ein Jahr später auf 1602 und 2022 auf 7103. 2023 wurden die Delikte auf 3054 mehr als halbiert. Sie machten 22,5 Prozent aller Anzeigen im Burgenland aus. „Bei jedem Aufgriff, der in Zusammenhang mit einer Schleuserbande steht, muss Anzeige erstattet werden“, heißt es aus der Landespolizeidirektion. Die Zahl der Klärungen wurde zwischen 2022 und 2023 von 253 auf 298 gesteigert – das ist ein Plus von 15,1 Prozent.
Das Konzept geht auf
Aus pannonischer Sicht zeichnet sich ein erfreulicher Trend ab. Im November 2023 ist der lang anhaltende Flüchtlingszustrom abrupt abgerissen. Der drastische Rückgang bei den Aufgriffen sei vor allem eine Folge der geänderten Schleppertaktik. Die Migrationsrouten haben sich, wie berichtet, Richtung Slowakei, Tschechien und Polen verlagert. Der Weg über das Burgenland wird längst als „Luxusroute“ gehandelt. Schleuserbanden lassen die Migranten tiefer in die Tasche greifen, weil das Risiko, erwischt zu werden, jetzt viel höher ist.
Neben gezielten Maßnahmen des Innenministeriums und der Landespolizeidirektion hat die Operation Fox maßgeblichen Anteil daran. Die Effektivität der länderübergreifenden Schlagkraft gegen die organisierte Kriminalität lässt sich in Zahlen belegen. Seit dem Bestehen der Spezialeinheit im Dezember 2022 wurden mehr als 200 Schlepper und weit mehr als 2600 Flüchtlinge von den „Füchsen“ in Ungarn abgefangen.
Kaum noch Flüchtlinge
Diesem Vorbild folgt Serbien. Ungarische und serbische Kollegen gehen gemeinsam im Grenzgebiet der beiden Staaten verstärkt auf Streife. Davon profitiert auch das Burgenland. Nur noch wenige Migranten nutzen die bis vor Kurzem stark frequentierte Route über Ostösterreich. Im März wurden bislang lediglich etwas mehr als 30 Aufgriffe gemeldet.
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