In der Diskussion um Jugendkriminalität ist die Politik auf der Suche nach Lösungen. Eine zentrale Frage ist der Umgang mit Unmündigen
Mehrere Fälle, bei denen Jugendliche und Kinder die Täter sind, haben zuletzt in ganz Österreich für Entsetzten gesorgt. Der sexuelle Missbrauch einer 12-Jährigen – wo es 17 Verdächtige gibt, die teilweise unter 14 Jahre alt sind – ist der erschütternste. Aber auch in Salzburg und Kärnten gab es ähnliche Fälle. Seither wird diskutiert, ob die Strafmündigkeit heruntergesetzt werden sollte.
Situation hat sich verschlechtert
Einer, der die Probleme kennt, ist SPÖ-Klubobmann Roland Fürst, der viele Jahre als Bewährungshelfer tätig war. „Es muss dringend in den Opferschutz und die Täterarbeit investiert werden, hier fehlt nicht nur Geld, sondern auch das Personal“, meint Fürst. Seit Anfang der 2000er-Jahre seien die Ressourcen dramatisch weniger geworden, die Politik lasse die Kollegen im Stich.
Fürst für strengeres Vorgehen
„Denn bei der Betreuung von so schwierigen Jugendlichen herrscht leider der Grundsatz, dass erst etwas passiert, wenn etwas passiert“, so Fürst. Dabei habe sich die Zahl der unmündigen Tatverdächtigen von 2013 bis 2022 auf 9500 verdoppelt. Da präventive Maßnahmen allein nicht ausreichen, spricht sich der Politiker für ein strengeres Vorgehen – auch bei Strafunmündigen – aus.
„Tabuthema“ Migranten
Außerdem müsse endlich ein „Tabuthema“ angegangen werden: „In der Altersgruppe zehn bis 13 Jahre entfallen knapp 40 Prozent der Anzeigen auf Menschen ohne österreichische Staatsbürgerschaft. Das bedeutet, dass diese Gruppe überproportional vertreten ist. Hier können nur dann sinnvolle Maßnahmen im Sinne des Opferschutzes abgeleitet werden, wenn man über diese Entwicklung spricht.“ Für Menschen, die in Österreich Schutz suchen und dann hier straffällig würden, habe er kein Verständnis, sagt Fürst.
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