Unter Ausschluss der Öffentlichkeit fand am Mittwoch eine Sondergemeinderatssitzung wegen des Gerichtsurteils - Gemeinde und Land waren vom Innsbrucker Landesgericht zu 620.000 Euro Schadenersatz vergattert worden - statt. "Ich fühle mich nicht schuldig", sagte Bürgermeister Gerhard Krug über den für ihn überraschenden Schuldspruch: "Ich hätte nach den Aussagen der Beteiligten etwas anderes erwartet." In der Sitzung hat der Gemeinderat dann mehrheitlich beschlossen, in Berufung zu gehen.
"Gehofft, dass die Gemeinderäte hinter uns stehen"
Die Hauptbetroffene Helma Kranebitter ist über die Entscheidung schwer enttäuscht. "Wir haben so gehofft, dass wenigstens die Gemeinderäte hinter uns stehen. Offenbar hat unser Bürgermeister alle derart im Griff, dass sie sich nicht gegen ihn aufzustehen trauen", ist Kranebitter sauer.
Unverständlich ist für sie auch, dass das Land Tirol einfach tatenlos zusieht. "Wir wurden gebeten, das schriftliche Urteil ins Landhaus zu schicken. Das haben wir auch getan. Gemeldet hat sich bis heute niemand." Kranebitter befürchtet, dass das Bangen nun weitergeht. "Es ist alles so schrecklich. Können wir nicht endlich in Ruhe leben?", fleht sie.
Das Angebot der Arbeiterkammer Tirol, Rechtsbeistand bis zum Obersten Gerichtshof zu leisten, wurde von den drei betroffenen Hausbesitzern inzwischen angenommen. Der Innsbrucker Rechtsanwalt Thomas Girardi wird die Familien weiterhin vertreten - und von der Arbeiterkammer bezahlt.
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