08.08.2012 14:39 |

Blankes Chaos

Tausende Griechen erschleichen sich weiter Pensionen

In Griechenland erschleichen sich Bürger trotz intensiver Kontrollen weiter hohe Zuschüsse und Pensionen. Die Behörden können für jede zehnte Pension nicht sicher feststellen, ob sie rechtmäßig ist und an wen sie genau ausgezahlt wird. Dies gestand am Mittwoch der Chef der Behörde, die die Bücher der Pensionskassen prüft, im griechischen Radio. "Etwa bei jeder zehnten Pension kann nicht richtig verifiziert werden, an wen sie denn geht", sagte Charis Theocharis.

Neue Kontrollen sollen nun klären, "was Sache ist", so Theocharis. Nach einer Verordnung des Arbeitsministeriums müssen alle Pensionskassen bis zum 17. August detaillierte Listen mit den Pensionen vorlegen, bei denen es Zweifel gibt.

Auch Ärzte im Visier
Unterdessen ordnete die Staatsanwaltschaft von Athen umfangreiche Kontrollen in allen Regionen des Landes an. Alle diejenigen, die sich Pensionen oder Zuschüsse erschleichen, sollen sofort zur Rechenschaft gezogen werden, so die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen richten sich nicht nur gegen die Bezieher der Pensionen und Zulagen, sondern auch gegen Kassenangestellte und Ärzte, die für die Bewilligung verantwortlich waren. Neben Einsparungen erhofft man sich auch Einnahmen durch mögliche Rückzahlungen.

"Blinden-Check" auf Zakynthos
Die Behörden nehmen außerdem auch angeblich Blinde ins Visier. Kontrolleure haben auf der Ionischen Insel Zakynthos festgestellt, dass statt den offiziell 700 Betroffenen tatsächlich nur 60 blind waren. Zu ähnlichen Ergebnisse kam es auch auf der Insel Chios im östlichen Mittelmeer.

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