Studenten gegen Uni

Streit um neuen Würfel im Alten AKH in Wien

Wien
13.02.2024 16:00

Ein Bauprojekt der Uni Wien im Alten AKH bringt die Studenten auf die Barrikaden: Der „Quantum Cube“ ist für sie ein sinnloses Prestigeprojekt, das Boden versiegelt und Erholungsraum vernichtet. Die Uni argumentiert, es gebe keine Alternativen, wenn man Forschung auf Nobelpreisniveau will.

Als „Schlag ins Gesicht“ der Studenten und der Bewohner des Alsergrunds sieht die Hochschülerschaft den Plan für ein neues Gebäude im 2. Hof des Alten AKH. Auf 400 Quadratmetern und fünf Geschossen, davon zwei unterirdisch, soll dort der „Quantum Cube“ zur neuen Heimat der Quantenforscher werden.

Natur soll „so weit wie möglich geschont“ werden
Die Uni verspricht, die Natur „so weit wie möglich“ zu schonen und dafür an anderen Stellen im 96.000 Quadratmeter großen Campus, davon mehr als die Hälfte bebaut, Flächen zu entsiegeln. Für die Studenten ist das Augenauswischerei: Spärlicher innerstädtischer Grünraum werde durch das Projekt vernichtet - ein Projekt noch dazu, das Studenten nichts bringe, sondern „ausschließlich der Beschwichtigung von zwei Professoren der Universität dienen soll“ und nur auf die Position der Uni in internationalen Rankings schiele.

Dass im Alten AKH als Zentrum der Geisteswissenschaften mit ihrer schmalen finanziellen Ausstattung nun die Quantenphysiker ein Labor um mindestens 22 Millionen Euro bekommen sollen, sorgt für zusätzlich böses Blut. Unter der derzeitigen Studentenvertretung „wird es keinen Quantum Cube im Hof 2 geben!“, so die Kampfansage.

Warum Zeilingers Erben übersiedeln müssen
Während die Studenten den Würfel zu Fall bringen wollen, wirkt es nach Darstellung der Uni so, als wären die Würfel schon gefallen: Es brauche nur noch die Freigabe durch das Wissenschaftsministerium, um die Detailplanung zu beginnen.

Geht es nach der Uni, gibt es keine Alternative zur Übersiedlung der Quantenphysiker von ihrem jetzigen Quartier in der Boltzmanngasse in das Alte AKH: Nicht nur werde der Platz in der Institution, die Nobelpreisträger Anton Zeilinger mitaufgebaut hatte, nun zu knapp - vor allem würde die künftig dort fahrende U5 durch kleinste Erschütterungen jedes Experiment unmöglich machen.

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