Eine 110 Jahre alte Confiserie am Alsergrund schließt schon bald die Pforten. Jetzt wird dringend ein Nachfolger gesucht.
Naschkatzen müssen jetzt stark sein. Denn die beliebte Confiserie zum Eck, unweit der Volksoper am Alsergrund, schließt schon bald für immer ihre Pforten. Nach 110 Jahren! Bereits seit 1914 existiert das legendäre Zuckerlgeschäft in der Währinger Straße, in dem es über 5000 Genussartikel gibt. Von Schokoladen aus aller Welt, 140 Sorten Lakritze, Zuckerl und Gummi, Pralinen, feinstes Marzipankonfekt, bis hin zu den Klassikern wie Krachmandeln, Schokomaroni und Trüffelkugel. Alles was das süße Herz begehrt.
„Es fällt mir nicht leicht, aber ich möchte noch etwas Lebensqualität haben“, erzählt Inhaber Michael Kornherr, der im Juni 2024 mit knapp 65 Jahren seine Pension antreten wird. Er und seine Frau Gabriele haben das Geschäft im Jahr 1995 übernommen. Sie wollten Naschen wieder zu etwas Besonderem machen. Es sollte ein Erlebnis sein, für das man sich Zeit nimmt, um es richtig genießen zu können.
Im Geschäft beraten sie ihre Kunden, die zwischen 0 und 99 Jahre alt sind, mit viel Herzblut und Leidenschaft. Bis zum Jahr 2018 gab es in Ottakring noch eine zweite Filiale. Die Kinder wollen jedoch nicht übernehmen, deshalb wird jetzt dringend ein Nachfolger gesucht.
Das hoffen zumindest auch die vielen Stammgäste, die hier teilweise schon seit ihrer Kindheit einkaufen. Das Geschäft läuft jedenfalls gut, erzählt Michael Kornherr. „Aber Millionär wird man damit keiner“, lacht er. Bereits vor Corona habe man zusätzlich den Onlineshop gestartet. Mit Erfolg.
Die Leute gönnen sich auch in schlechten Zeiten Süßigkeiten. Krise hin oder her.
Inhaber Michael Kornherr
„Die Leute gönnen sich auch in schlechten Zeiten Süßigkeiten. Krise hin oder her“, erzählt Kornherr. Ob er in der Pension etwas vermissen wird? „Ja, den Geruch meines Geschäfts, wenn ich in der Früh aufsperre. In einem Zuckerlgeschäft riecht es einfach herrlich.“ Dann wird er sentimental: „Mit Schokolade und Zuckerl verkauft man schließlich immer auch Emotionen. Naschen ist ja so etwas wie kuscheln im Mund.“
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