Albrecht versichert:

“Wir nehmen alle AUA-Piloten zurück, die zurückwollen”

Wirtschaft
05.06.2012 12:57
AUA-Chef Jaan Albrecht (re. im Bild) hat am Dienstag versichert, dass er alle Piloten, die sich ihre Kündigung noch einmal überlegen wollen, zurücknehmen wird. Bisher hätten sich drei Piloten umentschieden.

Zum Ende der Sonderkündigungsfrist - sie lief Samstagmitternacht aus - hatten 121 Piloten und 221 Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen ihren Abschied per Ende Juni eingereicht. Sie zogen dem Wechsel in schlechtere Arbeitsbedingungen der Tochter Tyrolean den vorzeitigen Ausstieg samt Abfertigung vor. Den Abschied wählten zumeist langgediente Kapitäne, die unter dem teuersten Tarifvertrag geflogen waren, den die AUA ab 1. Juli nicht mehr anerkennt.

Große Freude über Rückkehrer
Noch am Sonntag hat die AUA die Zahl der Pilotenabgänge auf 120 revidiert, weil ein Pilot im letzten Moment seine Kündigung zurückgezogen hatte. Mittlerweile, so Albrecht am Dienstag, seien es drei, die entschieden hätten, das Unternehmen doch nicht zu verlassen.

"Wir freuen uns darüber", sagte der AUA-Chef. Die AUA nehme alle zurück, die dies wollten. Wie viele seiner Meinung nach noch wiederkommen könnten? "Es könnten theoretisch noch 118 kommen." Albrecht machte zu seinen diesbezüglichen Erwartungen aber keine näheren Angaben. Vorstand Karsten Benz (li. im Bild) sagte, es habe viele Gespräche gegeben, um die Kollegen zu überzeugen.

Betriebsübergang kostet bis zu 90 Millionen Euro
Nach bisherigem Stand dürften die Abfertigungen für die ausscheidenden Mitarbeiter 55 Millionen Euro kosten. Die gesamten Kosten und Aufwendungen des Betriebsübergangs lägen aus heutiger Sicht bei 80 bis 90 Millionen Euro.

Die Kosten lägen damit auf dem berechneten Niveau, die Abgänge habe man im Griff. "Wir werden den Flugbetrieb in den Hochsommermonaten wie geplant aufrechterhalten", bekräftigte Albrecht. Die AUA schult gerade mehrere Dutzend Tyrolean-Copiloten auf AUA-Fluggerät um, die jetzt auf der Schulbank oder im Simulator sitzen und im Frühsommer fertig sein sollen.

Bei der Mutter Lufthansa hat die AUA per Ende Juni vorsorglich vier Flugzeuge samt Crews bestellt, die als Ersatz bei AUA-Crewmangel wegen der ab Juli wirksamen Abgänge bereit stehen werden. Laut Vorstand Benz wird die AUA im Sommer, also jedenfalls bis August, vier bis fünf Maschinen von Lufthansa oder Swiss einsetzen können. An Ersatz durch konzernfremde Airlines ist nicht gedacht. Es bestehe auch kein Mangel an eigenen Fluglehrern, hieß es.

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