"Gäbe Riesenärger"

AUA will abtrünnige Piloten keinesfalls “zurückleasen”

Wirtschaft
04.06.2012 16:20
Piloten, die bei der AUA ausscheiden und künftig "freiberuflich" tätig sind, werden im Fall von Bedarfslücken nicht von ihrer Ex-Firma "geleast". Man will sich dafür mit Lufthansa- und Swiss-Maschinen bzw. deren Crews helfen. Es wurden aber auch Piloten angesprochen, ihre Kündigung zurückzunehmen.

Ganz so einfach dürfte es nicht werden, den Flugbetrieb im Sommer ohne Ausfälle aufrechtzuerhalten. Betriebsrat Karl Minhard hat Zweifel und verweist auf das Beispiel der Boeing 777, die nach Tokio, Bangkok oder New York fliegt. Dort haben 18 von insgesamt 40 Kapitänen gekündigt. Tatsächlich soll es auch Versuche des Managements geben, Piloten dazu zu überreden, ihre Kündigung zurückzunehmen.

Die AUA ist weiter optimistisch, die Ausfälle ersetzen zu können. Es laufen bereits seit mehreren Wochen Umschulungen, z.B. von 40 Tyrolean-Piloten, die dann auf AUA-Maschinen eingesetzt werden können. Sogar Mitarbeiter der Führungsebenen, die noch einen gültigen Pilotenschein besitzen, sollen in den nächsten Wochen verstärkt selber fliegen. Zusätzlich werden je nach Bedarf "zwei bis vier" Maschinen der Lufthansa und der Swiss inklusive Personal eingesetzt werden, vor allem im Nachbarschaftsverkehr.

Dicke Abfindung und dann durch die Hintertür
Nicht geplant ist laut AUA-Sprecher Peter Thier das "Leasen" von Piloten auf dem freien Markt. Denn es gibt Firmen, die Flugpersonal quasi als Leiharbeiter anbieten. Dort haben sich bereits etliche Noch-AUA-Mitarbeiter angeboten. Doch dass jemand, der mehrere Hunderttausend Euro Abfertigung kassiert hat, dann quasi durch die "Hintertür" wieder für sein Ex-Unternehmen arbeitet, kommt für die AUA nicht infrage. Auch der Betriebsrat hält das für undenkbar: "Da hätten wir einen Riesenkonflikt unter den Kollegen."

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