Nach Abwahl

Sarkozy wird der Politik “dauerhaft” fernbleiben

Ausland
04.06.2012 07:53
Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy, der am Samstag nach einem dreiwöchigen Urlaub aus Marokko nach Frankreich zurückgekehrt ist, wird sich künftig von der Politik fernhalten. Dies erklärte der langjährige Freund des 57-Jährigen und frühere Innenminister Brice Hortefeux am Sonntag im Fernsehsender "France 3". Demnach werde sich Sarkozy "wissentlich und dauerhaft" von der Politik fernhalten.

"Der Präsident hat klar gesagt, dass er Abstand nehmen wird. Er wird in den kommenden Wochen und Monaten in der politischen Debatte nicht das Wort ergreifen", sagte auch Claude Gueant, der ebenfalls Innenminister und zuvor Generalsekretär im Elysee-Palast war. Gueant betonte allerdings, dass sich Sarkozy als ehemaliger Staatspräsident "natürlich für die politische Lage in Europa interessiere".

Mehr Zeit für Frau Carla und Tochter Giulia
Zuletzt hatte Sarkozy am Tag seiner Wahlniederlage am 6. Mai öffentlich das Wort ergriffen und gesagt, er werde sich am anstehenden Parlamentswahlkampf nicht beteiligen. Er wolle künftig mehr Zeit mit seiner Frau Carla Bruni und der sieben Monate alten Tochter Giulia verbringen. Kurz darauf begab er sich mit den beiden nach Marokko.

Das ehemalige Präsidentenpaar erholte sich 17 Tage lang in einer Villa von König Mohammed VI. von den Strapazen des Wahlkampfs. Sarkozy sei regelmäßig durch den Palmenhain gejoggt und habe im königlichen Tennisclub von Marrakesch Tennis gespielt, hieß es.

"Vereinigung der Freunde Sarkozys" gegründet
Hortefeux und Gueant gehören zu den Gründungsmitgliedern der "Vereinigung der Freunde Sarkozys", die jüngst aus der Taufe gehoben wurde. Gueant betonte am Sonntag im Radiosender "Europe 1", dass Sarkozy von dem Plan gewusst und sich ihm nicht widersetzt habe. Allerdings stecke keine politische Initiative dahinter.

Auf die Frage, ob Sarkozy eine internationale Rolle spielen könnte, zum Beispiel in einer Friedensmission, erwiderte Gueant: "Wenn ihn jemand bittet, eine Mission dieser Art zu übernehmen, zweifle ich nicht an seiner positiven Antwort, denn er ist immer dazu bereit, für die gute Sache einzutreten."

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