Di, 14. August 2018

Bilanz vorgelegt

28.03.2012 13:17

Bank Austria erzielt trotz hartem Jahr 209 Mio. € Gewinn

Trotz hoher Griechenland-Wertberichtigungen und teurer Abschreibungen auf Tochterbanken von über einer Milliarde Euro ist das Jahr 2011 für die Bank Austria mit einem Gewinn ausgeklungen. Das gab das Institut am Mittwoch bekannt. Die Mutter UniCredit hatte am Dienstag einen riesigen Konzernverlust von 9,2 Milliarden Euro ausgewiesen.

Der Nettogewinn nach Steuern lag bei der Bank Austria im Gesamtjahr 2011 bei 209 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch 709 Millionen Euro verdient worden waren. Das Institut ist bei UniCredit als Subholding für Österreich und Osteuropa zuständig.

Somit war nach dem vierten Quartal ein vorheriger Verlust von mehr als 600 Millionen Euro aus dem dritten Quartal - in dem der allergrößte Teil der Abschreibungen angefallen war - wieder wettgemacht.

Für Bankchef Willibald Cernko (Bild) sind die 209 Millionen Euro Jahres-Nettogewinn trotz außergewöhnlicher Belastungen von gut 1,2 Milliarden Euro 2011 ein Beweis für die solide Aufstellung und hohe Risikotragfähigkeit des Geschäftsmodells. "Nicht ohne Stolz können wir daher vier Jahre nach der Lehman-Krise sagen, dass wir die einzige Großbank des Landes sind, die auf Jahresbasis weder Verluste geschrieben hat, noch Staatshilfe in Anspruch nehmen musste."

Kreditrisikokosten sanken auf 1,35 Milliarden Euro
Das Betriebsergebnis nach Kreditrisiko stieg um 12,8 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro. Die Kreditrisikokosten selbst sanken um mehr als ein Viertel auf 1,35 Milliarden Euro.

Dieser Betriebsgewinn wurde freilich durch nicht-operative Aufwendungen massiv geschmälert: So musste der Bestand an griechischen Staatsanleihen (ursprünglich 509 Millionen Euro) um 78 Prozent abgewertet wurden.

Abschreibungen in Kasachstan und der Ukraine
Es gab - im Vorfeld der heuer im Jänner durchgezogenen UniCredit-Kapitalerhöhung - "substanzielle" Firmenwertabschreibungen von Bank-Austria-Töchtern im Osten: Weil die Geschäfte in Kasachstan (ATF Bank) und der Ukraine (Ukrsotsbank) schlechter liefen als im Plan, wurde dort eine Korrektur der Firmenwerte von 350 bzw. 329 Millionen Euro nötig. Damit steht die ATF Bank nur noch mit 129 Millionen Euro Firmenwert in der Bank-Austria-Bilanz, die Ukraine-Bank mit 168 Millionen Euro.

In Russland wurden die Firmenwerte der CJSC Securities Russia (früher Aton) um 47 Millionen Euro auf Null abgeschrieben.

An neuen nicht-operativen Abzügen haben nach Bank-Angaben 2011 schließlich die Bankensteuern belastet, davon waren 77 Millionen Euro in Österreich ergebniswirksam, 22 Millionen in Ungarn und eine Million in Slowenien. Für die ehemalige CA IB (HVB Wien) fielen 48 Millionen Euro an.

70 Prozent des Betriebsgewinns der Bank Austria stammten aus der Ost/Südosteuropa-Division, in Summe 1,47 Milliarden Euro (plus 29,5 Prozent). Spürbar mehr lukriert hat die Bank auch aus Dividenden und Beteiligungserträgen, darunter vom Leasing und aus den inländischen Regionalbanken-Anteilen.

Kernkapitalquote bei 10,55 Prozent
Ihr hartes Kernkapital bezifferte die Bank zum Stichtag mit 10,55 Prozent (Vorjahr: 10,04 Prozent). Der Gewinn je Aktie lag bei 90 Cent (Vorjahr: 3,30 Euro) bezogen auf die umlaufenden 231,2 Millionen Aktien. Die Bilanzsumme lag Ende Dezember 2011 bei 199,2 Milliarden Euro (plus 3,2 Prozent).

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