„Krone“-Kommentar

Der importierte Antisemitismus

Kolumnen
07.11.2023 11:00

Man kann Nationalratspräsident Sobotka kaum widersprechen, wenn er, wie jüngst in der ORF-„Pressestunde“, meint, dass die Zuwanderung von Menschen aus islamischen Staaten, in denen Judenhass zur Staatsräson gehöre, die Ursache für das aktuelle Aufflammen des Antisemitismus im Lande sei. Tatsächlich haben ja die antiisraelischen Demonstrationen im Lande und wohl auch die Schmieraktionen wie jüngst auf dem Wiener Zentralfriedhof weitgehend „Migrationshintergrund“.

EINERSEITS wissen wir natürlich, dass es auch im Lande selbst - gewissermaßen historischen - Antisemitismus gibt. Da war einmal der christliche Antisemitismus gegen die Juden als „Christusmörder“. Dann der wirtschaftliche Antisemitismus, wie ihn etwa Karl Lueger in Wien vertrat, gegen die Juden als Konkurrenz. Und schließlich in seiner verhängnisvollsten Ausformung der Rassenantisemitismus, der bis zum Holocaust führte.

ANDERERSEITS ist aber völlig klar, dass diese Formen des Antisemitismus, die es bei uns gab, kaum noch existieren, nur in Restbeständen - und das höchstens unterschwellig. Und selbst diese Restbestände werden durch die strikte gesetzliche Sanktionierung und die absolute gesellschaftliche Ächtung ausgeschaltet. Was dem Antisemitismus eine neue Dimension gegeben hat, ist eben die Zuwanderung aus islamischen Ländern und das Scheitern der Integration. Und dafür zahlen wir als Gesellschaft, besonders aber unsere jüdischen Mitbürger, den Preis.

Andreas Mölzer
Andreas Mölzer
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