Amnesty-Bericht
Verhaftungswelle im Vorfeld der Wahlen im Iran
Betroffen sind laut der Organisation Anwälte, Studenten, Journalisten, Oppositionspolitiker und ihre Familien, aber auch Angehörige religiöser und ethnischer Minderheiten, Filmregisseure und Menschen, die Kontakte ins Ausland haben. "Der Iran zieht die Grenzen des politisch und sozial akzeptieren Verhaltens immer enger. Jeder, der aus diesem Rahmen fällt, steht mit einem Bein im Gefängnis", so Patzelt.
Cyber-Polizei überwacht Internetcafés
Die iranischen Behörden verschärfen Amnesty zufolge auch ihre Überwachungsmaßnahmen: "Eine neu geschaffene Cyber-Polizei hat im vergangenen Monat Besitzer von Internetcafés gezwungen, Überwachungskameras zu installieren und die Identität der Internet-User festzuhalten", so Patzelt.
Gleichzeitig steigt die Anzahl der öffentlich vollstreckten Todesurteile im Iran. 2011 wurden viermal mehr Menschen öffentlich hingerichtet als 2010. "Mit dieser besonders brutalen Maßnahme will das iranische Regime offensichtlich auch den geringsten Ansatz eines Protests im Umfeld der Wahlen im Keim ersticken", so Patzelt.
Experten erwarten geringe Wahlbeteiligung
Wie viele der rund 48 Millionen wahlberechtigen Iraner am Freitag bei den neunten Parlamentswahlen zur Urne gehen werden, ist ungewiss. Experten gehen aufgrund der Politikverdrossenheit schon jetzt von einer geringen Wahlbeteiligung aus. Pikanter Nachsatz: "Wenn das Ergebnis nicht frisiert wird."
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.