Die Polizisten zogen den Sattelschlepper in Neusiedl am See für einen Routinekontrolle aus dem Verkehr. Der Lenker wirkte sichtlich mitgenommen: "Er war stark übermüdet. Das hat man ihm angesehen, dass das wirklich zu viel war für ihn", schilderte ein Beamter.
"Er ist gefahren ohne die Fahrerkarte, die er benötigt hätte", so der Polizist. Auf der Karte werden die Lenk- und Ruhezeiten dokumentiert. Daraufhin sahen sich die Polizisten das im Fahrzeug eingebaute digitale Kontrollgerät genauer an, welches die Daten für die zurückliegenden acht Tage gespeichert hatte: "In der Zeit ist er von der Türkei nach Holland zur Beladung und wieder retour gefahren."
Vier-Stunden-Stopps gelten "nicht als Ruhezeit"
Der Lenker hatte seine Fahrt am Samstag vor einer Woche angetreten. Er habe zwar manchmal drei- bis vierstündige Stopps eingelegt, "das gilt aber nicht als Ruhezeit", erläuterte der Beamte. Denn die vorgeschriebene Tagesruhezeit betrage täglich mindestens neun Stunden. "Alles in allem war er 73 Stunden unterwegs, ohne die täglichen Ruhezeiten und die Fahrtunterbrechungen eingehalten zu haben."
Die Polizisten verlangten von dem Lkw-Fahrer eine Sicherheitsleistung. Außerdem muss er mit einer Anzeige rechnen. Der Sattelzug wurde abgestellt, damit der Lenker seine vorgeschriebene Pause einlegen konnte. "Er steht sowieso noch immer bis 22 Uhr aufgrund der Ladung", hieß es von der Polizei am Sonntag. Denn der Transport fällt zudem unter das Wochenendfahrverbot.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.