Erneuerbare Energie

Wasser, Wind und mehr: Infos zum Thema Ökostrom

Wirtschaft
24.02.2012 14:39
Dass unsere Ressourcen nicht unerschöpflich sind, ist bekannt. Im Alltag wird diese Erkenntnis allerdings erst in sehr wenigen Bereichen berücksichtigt. Ein klassisches Thema ist der Stromverbrauch. Das Schlagwort "Ökostrom" ist einigen Menschen bereits ein Begriff – aber was steckt wirklich dahinter?

Laut E-Control (Wettbewerbs-Regulierungsbehörde für alle Anbieter am freien Energiemarkt in Österreich) beschreibt der Begriff "Ökostrom" die Erzeugung von elektrischer Energie aus erneuerbaren Energiequellen. Das sind zum Beispiel Wasserkraft, Windkraft, Erdwärme oder Sonnenenergie. Ebenso kann Energie aus Biomasse bzw. Klär- und Deponiegas erzeugt werden. Konventionelle Energieträger – also Stoffe, aus denen Energie gewonnen werden kann – sind Kohle, Erdöl und Gas. Diese erneuern sich jedoch nicht, sondern gehen langsam zur Neige und haben außerdem negative Auswirkungen auf die Klimabilanz.

Wie wird unser Strom erzeugt?
In Österreich hat vor allem der Strom aus Wasserkraft traditionell eine sehr hohe Bedeutung. Im Gebirge finden sich einige Speicherkraftwerke (z.B. Kaprun), unsere Flüsse werden für Laufwasserkraftwerke genutzt (z.B. Freudenau an der Donau). Aber auch die Nutzung von Windenergie wird immer weiter ausgebaut, ebenso wie Photovoltaik-Anlagen verstärkt eingesetzt werden, um aus Sonnenlicht Energie zu gewinnen. 

Der Stromerzeugung aus Biomasse kommt aktuell noch eine eher untergeordnete Rolle zu. Beispiel für Biomasse ist in der Natur lebende bzw. wachsende Materie, wie etwa Holz, Pflanzenöle, Bioethanol oder Biogase, die aus Energiepflanzen (z.B. Mais) gewonnen werden. Auch Klär- und Deponiegas kann zur Wärme- bzw. Stromerzeugung genutzt werden, hat aber in Österreich ebenfalls noch keinen sehr hohen Stellenwert. Hierzulande wird jedoch 65% des Stroms bereits aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen – im EU-Vergleich liegen wir damit unangefochten auf Platz 1.

Pro und Kontra von Ökostrom
Der klare Vorteil von Ökostrom ist die Tatsache, dass er aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen wird und der Ressourcenvorrat der Erde geschont wird. Weiters ist Ökostrom in der Erzeugung CO2-neutral. Das bedeutet, es wird nicht mehr Kohlendioxid verbraucht, als der Energieträger bei seiner Entstehung aufgenommen hat. Die Erzeugung ist also klimaneutral, weil kein zusätzliches CO2 bei der Stromerzeugung entsteht. Bei den sogenannten fossilen Energieträgern (Erdöl, Gas, Kohle) entsteht jedoch zusätzliches Kohlendioxid, das die Klimabilanz verschlechtert. 

Österreich hat die Möglichkeit, viele der erneuerbaren Energieträger zu nutzen. Daher kann man als Abnehmer von Ökostrom einen Beitrag leisten, Stromimporte aus dem Ausland zu reduzieren und z.B. auf Atomstrom längerfristig zu verzichten. Zudem stärkt Ökostrom die regionale Wirtschaft, da Arbeitsplätze durch die Stromerzeugungsanlagen geschaffen werden.

Der Nachteil von Ökostrom ist, dass dieser in der Erzeugung derzeit noch teurer ist als die klassischen Varianten. Daher wird der alternativ gewonnene Strom durch Förderungen gestützt, um den Preis für die Stromkunden konkurrenzfähig zu machen. Manche Ökostrom-Technologien sind auch nicht konstant nutzbar. So gibt es bei Wind- und Wasserkraftanlagen witterungs- bzw. jahreszeitenabhängige Schwankungen. Weiters ist der Bau dieser Anlagen nicht selten mit einem dramatischen Einschnitt in die Natur verbunden (vgl. Bau von Wasserkraftwerken an der Donau, Errichtung von Stauseen im Gebirge etc.). Und auch Biomasse steht nicht unbegrenzt zur Verfügung. 

Wie erkenne ich Ökostrom?
Auf jeder Stromrechnung muss aufgeschlüsselt werden, welcher Anteil des verbrauchten Stroms aus welchen Quellen kommt. Ökostrom-Erzeuger müssen einen Herkunftsnachweis erstellen, mit dem belegt wird, wie viel an Ökostrom sie ins Netz eingespeist haben. Eine häufig getätigte Aussage in diesem Zusammenhang ist "Strom hat kein Mascherl" – das stimmt, du bekommst nach wie vor den gleichen Strom aus der Steckdose, da bei der Stromzuteilung ein Näheprinzip gilt. Aber indem du deinen Stromvertrag mit einem Ökostromanbieter abschließt, kannst du die Nachfrage nach Strom aus erneuerbaren Energiequellen fördern. Ein Verzeichnis der Ökostromanbieter in Österreich findest du auf der Website der E-Control.

Ist Ökostrom teurer?
Um diese Frage zu beantworten, nimmst du am besten deine letzte Jahresstromabrechnung zur Hand und besuchst den Tarifrechner der E-Control. Dir werden sehr übersichtlich sämtliche Anbieter mit den für deinen Verbrauch gültigen Preisen und dem Preisunterschied gegenüber deinem bestehenden Anbieter aufgelistet. An dem grauen Balken unter dem Anbieternamen erkennst du, welchen Anteil an Ökostrom der Anbieter liefert. Ein zur Gänze grauer Balken bedeutet 100% Ökostrom – ein oranger Anteil steht für den Prozentsatz an fossiler Energie. Du kannst dich anschließend gleich aus dem Tarifkalkulator heraus über die Möglichkeiten eines Anbieterwechsels informieren.

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