Der Abschluss
Je jünger du bei Abschluss einer privaten Krankenzusatzversicherung bist, desto günstiger ist der Tarif. Zum einen, weil du allein schon aufgrund deines Alters eine billigere Prämie bekommst, zum anderen, weil du in jungen Jahren noch kaum Vorerkrankungen hast, welche die Versicherung verteuern oder einen Abschluss gar unmöglich machen.
Viele Menschen erkennen die Vorteile einer privaten Zusatzversicherung erst, wenn es schon zu spät ist. Nämlich dann, wenn eine ernsthafte, langwierige und in der Therapie teure Erkrankung auftaucht. Dann kannst du eine Versicherung nur mehr mit teils sehr hohen Zuschlägen abschließen oder mit Leistungsausschlüssen, die genau deine Erkrankung betreffen und die Versicherung damit überflüssig machen. Wenn du jedoch einmal eine Versicherung abgeschlossen hast, läuft der Vertrag auf unbestimmte Zeit. Es kann jedoch passieren, dass bei sehr häufiger Inanspruchnahme einzelne Leistungsbausteine aus dem Vertrag herausgekündigt werden.
Welche Produkte gibt es?
Die private Krankenversicherung wird in Österreich derzeit laut einer Arbeiterkammer-Erhebung von Allianz, Donau, Generali, Merkur, muki, Uniqa und Wiener Städtische angeboten, wobei die Uniqa mit einem Marktanteil von über 50 Prozent der größte Dienstleister im Krankenversicherungsbereich ist.
Grundsätzlich kann man in stationäre Tarife, also solche, die anfallende Kosten im Rahmen einer stationären Krankenhausbehandlung abdecken, und ambulante Tarife unterscheiden. Bei Letzteren werden je nach Tarif Kosten für Therapien, Privatärzte, Medikamente usw. übernommen, die in ärztlicher Behandlung abseits einer stationären Aufnahme entstehen. Weiters kann man in Tarife mit und ohne Selbstbehalt unterscheiden. Generell ist jedoch zu sagen, dass die Tarife sehr komplex aufgebaut sind, da sie weiters den Sozialversicherungsträger und das Bundesland des Versicherten berücksichtigen. Du solltest daher verschiedene Offerte einholen und diese sehr genau auf Unterschiede in den jeweiligen Leistungsbausteinen untersuchen.
Ambulante Tarife
In ambulanten Tarifen findest du in der Regel Kostenübernahmen für Medikamente, Heilbehelfe, Sehbehelfe (Brillen, Kontaktlinsen), Privatarzthonorare, ambulante Eingriffe, psychotherapeutische Maßnahmen u.v.m. Es ist jedoch unbedingt erforderlich, dass du dir die Versicherungsbedingungen bereits vor Vertragsabschluss aushändigen lässt, damit du die einzelnen Leistungsbereiche genau überprüfen kannst. Sonst droht bei bedingungsgemäß ausgeschlossenen Leistungen vielleicht eine böse Überraschung, wenn dir genau dieser Bereich wichtig war. Zum Beispiel alternativmedizinische Behandlungen, die noch nicht bei allen Versicherungen standardmäßig im Tarif inkludiert sind.
Stationäre Tarife
Bei dieser Tarifart werden Kosten für Krankenhausaufenthalte einschließlich Nebenkosten, Transporte vom und zum Krankenhaus und in der Regel auch Kosten in Zusammenhang mit Entbindungen übernommen. Die Selbstbehalte richten sich nach dem Bundesland und sind in Wien am höchsten. Eine abgespeckte und daher günstigere Variante ist die "Sonderklasse nach Unfall": Diese Versicherung bietet, wie es der Name schon sagt, eine Sonderklassebehandlung nach einem Unfall und oft auch von schweren Erkrankungen, wie etwa Krebs. Mittlerweile gibt es auch sogenannte Optionstarife: Diese starten als Sonderklasse nach Unfall und können bis zu einem bestimmten Alter in eine volle Sonderklasseversicherung umgewandelt werden, ohne nochmals neu die Gesundheitsfragen zu beantworten. Man zahlt daher anfangs weniger und erst ab dem Zeitpunkt der Umwandlung den vollen Tarif.
Zahntarife
Dieser Tarif ist meist ein Zusatztarif zu einem ambulanten oder stationären Paket und relativ teuer, da er oft in Anspruch genommen wird. Er übernimmt Kosten für Zahnbehandlung, Zahnersatz und Zahnregulierung. Meist ist dieser Tarif mit einer Deckelung pro Jahr versehen, innerhalb derer die angefallenen Kosten übernommen werden.
Taggeld-Versicherungen
Hier gibt es Spitalgeld-Versicherungen und Krankengeld-Versicherungen. Während die einen für jeden Tag im Krankenhaus einen bestimmten Betrag auszahlen, zahlen die anderen bei jedem Tag der krankheitsbedingten Arbeitsverhinderung. Klarerweise ist daher die Krankengeld-Versicherung wesentlich teurer als die Spitalgeld-Variante. Beide sind meist auch an eine Mindestdauer des Aufenthalts bzw. der Erkrankung gekoppelt, d.h. es wird zum Beispiel erst ab dem siebten Tag des Spitalsaufenthalts bzw. Krankenstands das Taggeld ausbezahlt. Diese Tarifbausteine sind am sinnvollsten für Freiberufler bzw. Selbständige, die im Erwerbsunfähigkeitsfall keine Entgeltfortzahlung haben.
Viele Versicherungen bieten zudem Zusatztarife aus unterschiedlichsten Bereichen an: Fitness, Wellness, Auslandsreiseschutz, Vorsorgeuntersuchungen etc. Bei diesen solltest du dir sehr genau überlegen, ob du sie wirklich in Anspruch nehmen wirst, da sie sonst deine Prämie unnötig verteuern.
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