Nach der Schwangerschaft war der Busen einfach nicht mehr so wie vorher. Karin Gasser aus Kärnten hat sich zu einer Brustoperation entschlossen. Mit dramatischen Folgen: Die erste Operation bei einem Kärntner Arzt ging schief.
Auf Empfehlung wandte sie sich dann gemeinsam mit ihrer Schwester an eine Klinik in Deutschland. Dort wurden den beiden Frauen 2006 die Implantate aus minderwertigem Silikon eingesetzt. "Wir haben einen Gesamtpreis bezahlt. Hätten wir gewusst, dass die Implantate selbst so billig sind, hätten wir nie zugestimmt", erzählt Karin.
"Wir wurden überall im Stich gelassen"
Vor wenigen Wochen erhielten die beiden Schwestern dann die Nachricht, dass auch sie zu den Betroffenen des Skandals um den Brustimplantatehersteller in Frankreich zählen (siehe Infobox). Verzweifelt haben die beiden Frauen die "Krone"-Ombudsfrau um Hilfe gebeten: "Wir können mit diesen tickenden Zeitbomben im Körper nicht mehr leben. Die Ungewissheit ist schrecklich. Wir werden überall im Stich gelassen. Eine weitere Operation können wir uns nicht leisten."
Der Arzt aus Deutschland ist in Pension, und auch die Klinik lehnt jede Haftung ab. Vom Hersteller ist keine Hilfe zu erwarten, er ist pleite. Eine erste Klage auf Schadenersatz in Frankreich war zwar erfolgreich, ob und wann Betroffene in Österreich Geld erhalten, kann aber niemand abschätzen.
Keine Sekunde gezögert hat jedenfalls der Wiener Schönheitschirurg Artur Worseg, den die beiden Schwestern sich als "Retter" gewünscht hatten. Er hat die beiden sofort untersucht und wird die Implantate tauschen. Auch die Kärntner Gebietskrankenkasse will helfen. Wenn die Voraussetzungen stimmen, übernimmt die Kasse die Kosten für die Entfernung.
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