Guter Start

Wie Sie in Ihrem neuen Job überzeugen

Wirtschaft
24.01.2012 14:17
Sie haben es geschafft: Hinter Ihnen liegt ein Bewerbungsmarathon, und nun ist die Zusage für den neuen Job da. Aber damit geht es jetzt erst richtig los. Schließlich müssen Sie die Leistung jetzt auch abliefern, die Sie im Bewerbungsverfahren versprochen haben. Wie Sie sich in Ihrem neuen Tätigkeitsfeld behaupten, erfahren Sie hier.
Der erste Tag

An Ihrem ersten Arbeitstag sollten Sie alles tun, um einen guten Eindruck zu hinterlassen – beim Chef, aber auch bei Ihren Kollegen. Eine wichtige Frage ist dabei, was Sie am besten anziehen sollten. Vermutlich sind Sie schon ein paar Mal in dem Unternehmen gewesen und werden dabei einen Eindruck bekommen haben, welcher Dresscode erwünscht ist. Denn kleiden Sie sich ähnlich wie Ihre Kollegen, zeigen Sie, dass Ihnen Zugehörigkeit wichtig ist.

Generell gilt: Extrem körperbetonte Kleidung, wie Mini-Röcke oder hautenge Oberteile, sowie grelle Farben sollten genauso vermieden werden wie Schlabberlook. Beides hinterlässt einen Eindruck, der später nur schwer zu korrigieren ist.

Ebenfalls sehr wichtig ist, dass Sie pünktlich sind. Und pünktlich bedeutet, nicht nur nicht zu spät, sondern auch nicht viel zu früh da zu sein, da Sie damit den Zeitplan des Vorgesetzten bzw. Einschulers durcheinanderbringen. Eine "Verfrühung" von fünf Minuten ist meist optimal.

Wer schreibt, der bleibt!
In den meisten Betrieben ist es so, dass Sie an Ihrem ersten Tag einen Einblick ins Unternehmen bekommen sollen. Sie werden die verschiedenen Bereiche kennenlernen, Ihren Kollegen vorgestellt und bekommen einen Arbeitsplatz zugewiesen. Es kann nicht schaden, einen kleinen Block zur Hand zu nehmen und die wichtigsten Dinge zu notieren. Das zeigt Engagement und ehrliches Interesse.

Versuchen Sie auch, sich die Namen Ihrer engsten Kollegen so schnell wie möglich zu merken. Bei allen anderen können Sie auch später noch einmal nachfragen. Achten Sie darauf, ob im Büro per Du oder per Sie verkehrt wird, und passen Sie sich an – niemals von selbst das Du-Wort anbieten, das kann in sehr formellen Betrieben übel genommen werden.

Integration in die Kollegenschaft

Auch wenn es gut ist, Arbeitsbereitschaft zu zeigen, sollte das nicht gleich Ausmaße annehmen, dass Sie ohne Pause durchschuften. Beobachten Sie an Ihren Kollegen, wie häufig Pausen gemacht werden, und schließen Sie sich ihnen besonders in der Mittagspause an. Dadurch werden Sie von Ihren Kollegen als umgänglich wahrgenommen und haben die ersten Verbündeten geschaffen. Lernen Sie Ihre Kollegen kennen und versuchen Sie auch, mehr über Gepflogenheiten im Unternehmen herauszufinden: Spielregeln, Pünktlichkeit, Umgangsformen, Eigenheiten des Chefs, Erfahrungen, Erfolge – es gibt viele Fragen, die Sie stellen können. All diese Informationen helfen dabei, die Probezeit von Anfang an gut zu bewältigen.

Gerade am Anfang sollten Sie bereit sein, Überstunden zu machen, um Ihr Engagement zum Ausdruck zu bringen. Das ist klarerweise ein erhöhter zeitlicher Aufwand, zeigt aber, dass man sich auf Sie verlassen kann. Bittet Sie ein Kollege um Hilfe, sollten Sie ihm das niemals abschlagen. Denn in vielen Unternehmen holt sich der Vorgesetzte auch Feedback von den Kollegen, um seine Beurteilung der Probezeit machen zu können.

Was soll ich sagen, was nicht?

Vor allem in der ersten Zeit kann es sein, dass Ihnen gewisse Arbeitsweisen ungewohnt, vielleicht sogar unnötig erscheinen. Dennoch sollten Sie mit Kritik hinterm Berg halten. Das kann leicht als besserwisserisch und arrogant empfunden werden. Was Sie sehr wohl machen können, ist, nachzufragen, warum gewisse Dinge auf eine bestimmte Art gehandhabt werden. Das zeigt Interesse und gibt Ihnen die Möglichkeit, mehr Verständnis für das Unternehmen zu entwickeln. Auch für privaten Tratsch unter Kollegen gilt: Niemals mitmachen! Zuhören – okay! Fragen stellen – gut! Aber wenn Sie sich daran beteiligen, kann sich das schnell zum Schuss ins eigene Knie entwickeln.

Offenheit ja – aber überlegt!
Vorsicht auch vor zu rascher Vertrautheit – auch wenn das Du-Wort in der neuen Firma gilt, sollten Sie nicht gleich Ihr Herz auf der Zunge tragen. Verpönt sind Negativ-Informationen über ehemalige Arbeitgeber. Auch wenn es für Sie triftige Gründe gegeben hat, den alten Job zu kündigen, sollten Sie das trotzdem nicht jedem auf die Nase binden. Jeder Arbeitgeber würde Sie sofort ausschweifend über die Missstände in seinem eigenem Unternehmen sprechen hören. Am besten, Sie geben sich auf die Frage nach Ihrem alten Job eher vage und sagen, dass Sie eine berufliche Neuorientierung gesucht haben. Diese Aussage ist diplomatisch und wirft kein schlechtes Licht auf Sie.

Ahnenforschung
Wer hat vor Ihnen diesen Job bekleidet? Worauf ist in dieser Position zu achten? Womit kann man sich ganz schnell unbeliebt machen? Wahrscheinlich wird man Ihnen diese Fragen nicht gleich am ersten Tag beantworten (wollen), aber Sie sollten sie auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, um ein würdiger Nachfolger Ihres Vorgängers zu sein oder aber dessen Fehler zu vermeiden. Haben Sie einfach ein offenes Ohr, auch für Zwischentöne, und zeigen Sie sich interessiert an der Vergangenheit des Unternehmens.

Wenn nicht alles glattläuft…

In der Probezeit ist es normal, dass Sie noch nicht alle Arbeitsvorgänge perfekt beherrschen. Ihnen werden Fehler passieren, wichtig ist jedoch der Umgang damit. Sie sollten sofort Bescheid geben, wenn etwas danebengegangen ist, und dafür auch die Verantwortung übernehmen. Niemals die Schuld einem Kollegen in die Schuhe schieben, das kommt nicht gut an. Fragen Sie auch nach, wie Sie den Fehler das nächste Mal vermeiden können. So zeigen Sie Lernfähigkeit. 

Feedback-Gespräch
Gegen Ende der Probezeit sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten suchen und besprechen, wie es gelaufen ist. Fragen Sie konkret nach, was gut gelaufen ist und wo Sie sich noch verbessern können. So zeigen Sie Engagement und Bereitschaft zur Weiterentwicklung. Betonen Sie auch, was aus Ihrer Sicht gut gelaufen ist und wo Sie von sich aus noch Verbesserungspotenziale sehen.

Wenn Sie beide sich einig sind, dass Sie in diesem Unternehmen richtig sind, dann werden Sie das schnell herausfinden. In diesem Fall sollten Sie auch Ihre Laufbahn in den nächsten Monaten besprechen und klären, welche Erwartungen an Sie gestellt werden. Damit steht einer erfolgreichen Karriere nichts mehr im Wege.

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