07.01.2012 08:16 |

Sekte bekennt sich

Nigeria: Anschläge auf Christen reißen nicht ab

In Nigeria machen Fanatiker weiter Jagd auf Christen. Seit Donnerstagabend wurden im Norden des Landes etwa 30 Christen getötet. Im Namen der islamistischen Sekte Boko Haram bekannte sich ein Anrufer bei der Nachrichtenagentur AFP zu den Anschlägen und verwies darauf, ein Ultimatum an die Christen zum Verlassen des Nordens sei abgelaufen.

Beim jüngsten Angriff auf eine Kirche in der Stadt Yola im Bundesstaat Adamawa wurden mindestens acht Menschen getötet. Über die Zahl der Verletzten könne er keine Angaben machen, sagte ein Krankenhausmitarbeiter. Ein Anwohner sagte, Ziel des Angriffs sei eine christlich-apostolische Kirche im Stadtzentrum gewesen. Yola ist die Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaats.

Der folgenschwerste Überfall der Anschlagsserie ereignete sich allerdings am Freitag in Mubi, ebenfalls in Adamawa. Nach Angaben von Bewohnern stürmten Bewaffnete dort ein Haus, in dem sich Trauergäste aus der christlichen Volksgruppe der Igbo versammelt hatten, und schossen ums sich. Bewohner sprachen von 17 Toten, die Polizei von zwölf.

Auch am Donnerstagabend waren bereits sechs Menschen ums Leben gekommen, als Bewaffnete eine Kirche in der Stadt Gombe im Nordosten des Landes stürmten (siehe Infobox). Der Pastor berichtete, er habe den Gottesdienst gehalten, als die Angreifer gekommen seien. Auch seine Frau sei unter den Toten.

Sekte: "Wir sind für die Angriffe verantwortlich"
"Wir sind für die Angriffe von Mubi und Gombe verantwortlich", sagte Abul Qaqa, ein Mitglied der der Sekte Boko Haram, der sich in den vergangenen Wochen wiederholt zu Wort gemeldet hatte. Der von der Regierung verhängte Ausnahmezustand werde Boko Haram nicht daran hindern, "überall hinzugehen, wo wir hingehen wollen".

Christen zum Verlassen des Landes aufgefordert
In Nigeria gab es in den vergangenen Wochen und Tagen vermehrt Angriffe auf Christen. An Weihnachten waren bei mehreren Anschlägen auf Christen mindestens 49 Menschen getötet worden.

Zuletzt hatte Boko Haram Christen im weitgehend muslimischen Norden des Landes gedroht und diese aufgefordert, binnen drei Tagen die Region zu verlassen. Einen Tag vor dem Ultimatum am Sonntag hatte Präsident Goodluck Jonathan den Ausnahmezustand in Teilen von vier besonders von der Gewalt betroffenen Bundesstaaten ausgerufen.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter